Die Ausspähprogramme PRISM und Tempora, die durch den Whistleblower Edward Snowden bekannt wurden, sind nur die Spitze des Datenbergs. Auskunfteien, Internetunternehmen und Einzelhandelsketten sammeln schon seit Jahren Informationen über die Bürger. Möglich wird all das durch Big Data, also die Möglichkeit, ungeahnte Mengen an Daten zu erheben, zu speichern und zu analysieren. Big Data, darin sind sich Analysten und Wissenschaftler einig, könnte die Art und Weise, wie wir Entscheidungen treffen, konsumieren, Wahlkämpfe führen, forschen und leben dramatisch verändern. Dieser Band bietet einen Überblick über die vielfältigen Anwendungsbereiche und Akteure; renommierte Praktiker, Soziologen und Technikexperten beleuchten in ihren Essays das Thema Big Data aus unterschiedlichen Perspektiven.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2013
Früher war es eine ziemlich aufwendige Angelegenheit, Daten zu erheben und auszuwerten, weiß Helmut Mayer. Mit dem rasanten Preissturz von Rechen- und Speicherleistung hat sich das aber geändert, berichtet Mayer, der gleich zwei Bücher bespricht, die sich mit den Folgen dieses Wandels befassen: "Big Data" von Viktor Mayer-Schönbergers und Kenneth Cukier sowie den gleichnamigen Sammelband von Heinrich Geiselberger und Tobias Moorstedt. Letzterer tut was er soll, erklärt der Rezensent: er bietet eine Einführung in die gegenwärtige Entwicklung, die aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch beleuchtet wird und verschiedenen Interpretationen, Prognosen und sonstigen Stellungnahmen Platz einräumt, fasst Mayer zusammen. Der Rezensent hat sich zwar gefreut, dass einige der Autoren sich Gedanken über die Konsequenzen für den Datenschutz gemacht haben und Vorsicht anmahnen, ihre Forderungen an die Datenwirtschaft, sich doch bitteschön selbst zu regulieren, findet Mayer dann aber reichlich naiv.
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