Mit 62 Abbildungen und Karten-Skizzen. Wie der römische Kaiser Julian versuchte, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Genannt wurde er "Apostata"- der Abtrünnige, und er bleibt bis heute einer der umstrittensten römischen Herrscher: Kaiser Julian (331-363 n. Chr.). Klaus Rosen fesselt mit Hintergründen zu Julian, der die heidnischen Kulte erneuern wollte und um den Bestand des Römischen Reiches kämpfte. Er stellte mit seinem Toleranzgesetz die Religionsfreiheit wieder her, verbot aber gleichzeitig Christen das Unterrichten. Als er in einer Schlacht getötet wurde, bedeutete dies das Ende der antiken Götterkulte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2006
Durchaus beeindruckt zeigt sich Rezensent Mischa Meier von diesem umfangreichen Werk über Kaiser Julian, das der Althistoriker Klaus Rosen als "große Erzählung" angelegt hat. Die Darstellung der knapp 20 Monate währenden Alleinherrschaft Julians, die Rosen in ein "üppiges Zeitgemälde" einbettet, findet Meier überaus spannend. Er unterstreicht, dass Rosen dem Leser zahllose Details aus dem Alltag eines spätantiken Aristokraten und aus dem Leben eines Römers im 4. Jahrhundert vermittelt. Allerdings sieht Meier in der Betonung der Narration zugleich die Schwäche der Publikation. Seines Erachtens mutet Rosen dem Leser einiges zu. Die Hauptperson drohe zwischen all den Exkursen oft verloren zu gehen. Meier problematisiert ferner Aussagekraft der Selbstzeugnisse Julians, auf die Rosen bei seinem Psychogramm des Kaisers immer wieder zurückgreift.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2006
Für Theoretiker gewöhnungsbedürftig, konstatiert Uwe Walter. Die auktoriale Sicherheit zumindest, mit der sich Klaus Rosen in den Kopf Julians schmuggelt, erklärt uns der Rezensent, könnte manchem "nicht munden", ebenso eine mitunter etwas zu gut gelaunte Wortwahl. Abgesehen davon aber überwiegt das Lob. So gelinge es dem Autor, nicht zuletzt durch das ausgiebige Heranziehen von Selbstzeugnissen, wie es heißt, das turbulente Leben Julians "in einer vielschichtigen Erzählung zu verflüssigen". Doch nicht nur das. Die Darlegung der "religiösen Gemengelage" von Julians Zeit lässt den Rezensenten erkennen, warum es diesem Antagonisten Konstantins nicht gelingen konnte, das Christentum zu verdrängen. Dankbar ist Walter auch für das Panorama, das der Autor vom Nachleben des Kaisers gibt - als Projektionsfläche für geistig-religiöse Debatten in der Neuzeit, als literarische Figur, als Nazi-Fetisch.
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