Die Welt scheint allerorten aus den Fugen. So auch auf dem alten Kontinent. Erst das Euro-Desaster, dann falsche EZB-Politik, Flüchtlingswelle und Brexit: Schon jetzt sind wir in der Krise, ohne das wir es merken, weil wir von der Politik in die Irre geführt werden. Denn allen Beschwichtigungen zum Trotz verlieren Deutschland und die europäischen Staaten des Nordens, während die des Südens, incl. Frankreich, gewinnen - zu unseren Lasten und durch falsche Politik.
Und dann kam auch noch der Schwarze Juni 2016 - mit Brexit und wichtigem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Für Hans-Werner Sinn stellt dieser Monat mit seinen verheerenden Entscheidungen eine Zeitenwende dar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Rezensent Michael Hüther lobt Hans-Werner Sinns Buch zum Thema Europa für seine Detailtiefe. Wie der Autor aktuelle Herausforderungen intellektuell durchdringt, um den Leser auf Schlimmes vorzubereiten, eine Zeitenwende für Europa nämlich, scheint Hüther bemerkenswert, auch wenn vieles im Band schon an anderer Stelle zu lesen war, wie Hüther einräumt. Ob und wie das bereits Gedachte und Gesagte durch die Juni-Entscheidungen nach Revision verlangt, versucht Hüther herauszufinden. Für ihn hängt die Stimmigkeit von Sinns These an der Analyse des Brexit-Votums. Gerade hier aber bietet ihm der Autor Erhellendes, aber doch nur Ekletisches, ja in sich Widersprüchliches. So bietet der Band Hüther schließlich viel Spannendes und Bedenkenswertes etwa zur Migrationssteuerung oder zur Verteidigungsgemeinschaft, aber keine kohärente Geschichte über den schwarzen Juni 2016, die für Sinns Vision von Europa zwingend notwendig wäre.
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