Wenn die Idee der Menschenrechte ein Charakteristikum der westlichen Kultur ist, wie kann es dann sein, dass die längste Zeit europäischer Geschichte von Sklaverei und Folter durchzogen ist? Hans Joas zeigt anhand der Rechtfertigung von Inhumanität im Westen, wie fragil der Fortschritt in Richtung einer Sakralisierung der Person ist, und warnt vor jedem kulturellen Triumphalismus, der sich auf die erreichten Fortschritte beruft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.04.2015
Mit Hans Joas lernt Arno Widmann, dass Werte, Menschenrechte zum Beispiel, eher Ideen sind und dauernd der Selbstkritik bedürfen, auch und gerade im Westen. Gegen die Selbstsakralisierung in der Geschichtsschreibung wendet sich der Autor laut Widmann mit der Erinnerung an Folter und Sklaverei, kultiviert durch die Kolonialmächte des Westens. Widmann liest Joas' Text zwar als Kampfschrift, staunt jedoch auch über seine "fein temperierte" Stimmung.
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