Gustav Stresemann erklärte 1917, die Polenfrage werde der Auslöser eines zweiten Weltkriegs sein. Auf den Spuren der Grundlagen für diese Prognose schildert Hans-Erich Volkmann die preußisch-deutsche Politik gegenüber den Polen im Reich und hinsichtlich eines wieder unabhängigen polnischen Staates. Dabei werden die Widerständigkeit und die Initiativen der Polen in ihrem Kampf um Selbstbehauptung in die Betrachtung einbezogen. Erstmals wird den widersprüchlichen polenpolitischen Plänen der Mittelmächte, den abweichenden Vorstellungen der deutschen Militärs und der Reichsleitung gebührend Aufmerksamkeit geschenkt. Sie trugen dazu bei, dass sich im Verlaufe des Krieges die polnischen Fraktionen im Parlament gegenüber dem Reich entfremdeten - bis hin zur Aufkündigung der Loyalität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2017
Anselm Doering-Manteuffel hält die Arbeit des Militärhistorikers Hans-Erich Volkmann eigentlich für ein Buch zur rechten Zeit. Umso bedauerlicher scheint ihm, dass Volkmanns Text abgesehen vom Ansatz, die Anbahnung des nationalen Konflikts zwischen Deutschen und Polen unter Bismarck aufzuzeigen, nicht überzeugt. Sobald der Autor sein militärhistorisches Steckenpferd reitet, verliert der Rezensent den Faden, weil Volkmann allzu detailliert vorgeht und die Argumentation an Stringenz verliert, wie der Rezensent behauptet. Die Verwendung von Begriffen wie "Polentum" und "Fremdvölkische" im Text sowie Sachfehler und fehlende Nachweise irritieren ihn.
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