Herausgegeben von Tobias Faßhauser und Günter Mayer. Das Erscheinen des ersten Schriftenbandes in der Eisler-Gesamtausgabe ist mit Spannung erwartet worden. Die Spannbreite der Texte ist chronologisch wie inhaltlich außergewöhnlich groß: sie reicht vom Tagebuch 1921/22 über die Berliner Opernkritiken der Jahre 1927/28 und über Eislers erste zentrale musikästhetische Arbeiten (Die Erbauer einer neuen Musikkultur 1931, Zur Krise der bürgerlichen Musik 1932) bis zu den Texten der ersten Exiljahre (bis zum Herbst 1935). Die Herausgeber erschließen das weite, zeitgeschichtlich brisante Spektrum der brillant formulierten Texte durch eine genaue und sachkundige Kommentierung. Die ausgewählten Faksimile-Abbildungen, umfassende Erläuterungen und detaillierte Register tragen zum Verständnis der auch heute unverändert aktuellen Materie entscheidend bei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009
Laut Hendrik Feindt kommt die Entdeckung von Hanns Eislers filmmusikalischem Gesamtwerk langsam in Gang. Der vorliegende "minutiös" edierte Auftaktband einer historisch-kritischen Ausgabe von Eislers "Gesammelten Schriften" bietet dem Rezensenten mit mehr als 100 Texten und Notizbuchauszügen des Komponisten aus den Jahren 1921 bis 1935 diesbezüglich jede Menge Material. Feindt nutzt den Band dazu, Radiobeiträge Eislers erstmalig in Vollständigkeit nachzulesen und Eislers Zweifel und Kritik (an seinem Lehrer Schönberg etwa) beziehungsweise seine euphorischen Erwartungen an die "Rundfunkmusik" nachzuvollziehen. Hinweise auf Eislers musikdramaturgisches Verständnis und seine Vorwegnahme visuell-akustischer Montagetechniken gelten dem Rezensenten als echte Perlen dieser Lektüre.
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