Antony Beaumont

Alexander Zemlinsky

Biografie
Cover: Alexander Zemlinsky
Zsolnay Verlag, Wien 2005
ISBN 9783552053533
Gebunden, 784 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Alexander Zemlinsky im Wiener Musikleben als ganz große Hoffnung unter den jungen Künstlern. 1871 geboren, machte er früh als Komponist und Dirigent auf sich aufmerksam. Auf den Durchbruch musste er erst einmal warten. Dem Schatten Gustav Mahlers, der ihn an die Hofoper engagiert hatte, war nicht zu entkommen. Er war Freund und Schüler Arnold Schönbergs, Operndirektor in Prag und später in Berlin. Nach einem Zwischenspiel in Wien musste er 1938 nach New York emigrieren wo er 1942 starb. Der Dirigent Antony Beaumont zeichnet in dieser großen Biografie das erste umfassende Bild dieser Künstlerexistenz zwischen zwei Epochen - ein weiterer Mosaikstein in der Geschichte vom Wiener Aufbruch in die Moderne.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2007

Verärgert ist Rezensent Christian Wildhagen über die deutsche Ausgabe dieser Zemlinsky-Biografie. Das 2000 im Original erschienene Buch sei nämlich ein "Meilenstein". Klug und konsequent stelle der Dirigent, Musikwissenschaftler und die "Zemlinsky-Koryphäe" Antony Beaumont darin Leben, Werk und Wirkung des Komponisten in den "faszinierenden Rahmen ihrer ebenso faszinierenden Zeit" und sorge damit für neue Facetten im Zemlinsky-Bild. Die deutschen Ausgabe mit ihrer "wenig fachkundigen" Übersetzung und dem nachlässigen Lektorat verderbe dies nun, und man könne nur auf eine korrigierte Neuauflage hoffen. Zwar gebe es einige sinnvolle Neuerungen und Ergänzungen. Doch mindern zahllose sinnentstellende Flüchtigkeiten und unfreiwillig komische Übersetzungsfehler die Qualität erheblich und führten dem Rezensenten zufolge sogar zur Distanzierung des Autors von der deutschen Ausgabe seines Werks.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2006

Gerhard R. Koch zeigt sich in seiner ausführlichen Kritik der Biografie Alexander Zemlinskys von Antony Beaumont äußerst angetan. Der englische Dirigent und Musikwissenschaftler hat sich bereits um die Aufführungspraxis der Musik Zemlinskys verdient gemacht und kann als ausgewiesener Kenner des Komponisten gelten, teilt der Rezensent mit. Die Bezeichnung Biografie sei allerdings ein bescheidenes "Unterstatement", denn Beaumont habe mit seinem Buch eine beeindruckende "Gesamtdarstellung von Person, Werk und Epoche" vorgelegt, so Koch begeistert. Nicht nur die Vielschichtigkeit, Widersprüchlichkeit und den "Mehrfachkodierungen" in Leben und Werk zeichne der Autor akribisch nach, sondern er vermöge auch das komplizierte "Spannungsviereck" der Komponisten Wagner, Brahms, Mahler und Schönberg, in dem Zemlinsky stand, überaus "plastisch" zu beschreiben. Für Koch stellt die Lebensbeschreibung ein "überzeugendes Plädoyer" für den Komponisten und seine Musik dar, dem häufig "Eklektizismus" vorgeworfen wurde, und er preist den Autor für seine sehr glaubhafte Darstellung der "faszinierenden" Persönlichkeit Zemlinskys. Dass es Beaumont dabei gelinge, neben der Figur des Komponisten auch den Blick für den zeitgeschichtlichen Horizont zu weiten, mache dieses Buch auch für ein breites Lesepublikum "ergiebig", preist Koch mit Nachdruck.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005

Reinhard J. Brembeck rühmt Antony Beaumont ob seiner "leidenschaftlichen Zurückhaltung", die er in seiner Biografie des Komponisten Alexander Zemlinsky an den Tag legt. Zemlinskys Leben und Schafen stand immer im Schatten seiner bekannteren Zeitgenossen und Freunde Gustav Mahler und Arnold Schönberg. Beaumont nutze die 800 Seiten aber nicht zu einer "pathetischen Rehabilitierung" seines vergessenen Schützlings, sondern schildere in einem "unangestrengten, leicht lesbaren" Stil die erotischen Zerwürfnisse wie die beruflichen Schwierigkeiten, die Zemlinksy immer wieder erschütterten. Bei aller Leichtigkeit verzichte Beaumont aber nicht auf Einzelheiten, notiert Brembeck zufrieden, vielmehr zeichne sein Werk eine "enorme Detailfülle" und ausführliche" Rezensionen aller Stücke Zemlinskys aus, ergänzt durch zahlreiche Notenbeispiele. Gut gefällt dem Rezensenten auch die Distanz, die Beaumont zu seinem Subjekt hält. Nie vermittle er den Eindruck, den Komponisten persönlich gekannt zu haben. Das historische und gesellschaftliche Umfeld wirke ein wenig entfernt, wie auf einer "arg vergilbten Postkarte", was Brembeck aber eher zu gefallen scheint. Überhaupt gefällt ihm diese Biografie so gut, dass er "irgendwann" glaubt, die Musik Zemlinskys aus den Zeilen herüber wehen zu hören.
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