Moskau, Peredelkino, im Oktober 1958: Der russische Dichter Boris Pasternak soll für seinen Roman "Doktor Schiwago" den Literaturnobelpreis erhalten. Er nimmt den Preis zunächst an, verzichtet dann aber unter dem Druck der offiziell gesteuerten Haßkampagne und der drohenden Ausbürgerung. Zwei Jahre später stirbt er. Eine Schlüsselrolle spielte Pasternaks Muse, Privatsekretärin und Geliebte, Olga Wsewolodowna Iwinskaja, das Vorbild für die "Lara" des Doktor Schiwago. Iwinskaja war eine zwiespältige Frau mit einer besitzergreifenden und isolierenden, unbeirrbaren und aufopfernden Liebe zu Pasternak. 1989 ist sie im Exil in Paris gestorben. Dalos erzählt die klassische Dreiecksgeschichte neu, die konfliktreiche und tragische Beziehung zwischen dem Dichter Pasternak, seiner Muse Olga und seiner Ehefrau Sinaida als eine Konstellation zwischen Kunst, Macht und Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.1999
Dorothea Dieckmann äußert sich in ihrer Doppelbesprechung von Györy Dalos` beiden neuen Roman sehr verhalten. Das Thema Thema des "Gottsucher", die Tristesse Ungarns nach der Niederschlagung des 56er-Aufstands, wird nach Dieckmann in dem Buch ziemlich deutlich. Was sie damit meint, bleibt unklar. Dieckmann lässt einen etwas im Umklaren darüber, was sie von der Geschichte hält. "Abgeklärte Sympathie", macht sie in ihr aus, eine "einfühlsame Reportage". Ist das nun gut oder schlecht? "Olga, Pasternaks letzte Liebe" wird von Dieckmann eigentlich nur erwähnt. Eine wahre Geschichte über die Verschleppung einer literarischen Figur. Hhm.
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