Guy de Maupassant

Ein Leben

oder Die schlichte Wahrheit
Cover: Ein Leben
Marebuchverlag, Roman 2015
ISBN 9783866481947
Gebunden, 384 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Cornelia Hastings. Mit einem Nachwort von Julian Barnes. Ein feudales Landgut an der Küste der Normandie zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Frisch aus der Klosterschule entlassen, kann die 17-jährige Jeanne es kaum erwarten, die romantische Liebe kennenzulernen, und ist entzückt, als der gut aussehende Julien de Lamare sie zur Frau erwählt. Doch schon die Hochzeitsnacht ist ein Schock für die zu Naivität und Unmündigkeit erzogene Jeanne. Während der Flitterwochen auf Korsika findet sie zwar allmählich mehr Gefallen an den ehelichen Pflichten, muss zugleich aber feststellen, dass sie einen unerträglichen Geizhals geheiratet hat. Dies sind indes nur die ersten in einer langen Reihe von Enttäuschungen...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2016

Ein unglückliches Frauenleben in der Normandie, so unsentimental erzählt, dass Flaubert hingerissen war. Dieser Roman ist wohl nichts für Leser, die Trost in der Literatur suchen, liest man die Besprechung von Thomas Laux. Kühl, distanziert, unter Verzicht auf jede psychologische Erklärung, dafür mit einer ordentlichen Portion Sadismus erzählt Guy de Maupassant von einer Frau, die verheiratet, betrogen und von der Kirche gegängelt wurde, um am Ende festzustellen, dass sie nie geliebt wurde. Typisch 19. Jahrhundert, meint Laux, von Cornelia Hasting angemessen neu übersetzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2015

Michael Krüger genießt es, das Buch in der Hand zu halten, auch wenn es eigentlich nur Elend enthält, wie er zugibt. Wie lustvoll und genau Guy de Maupassant darin das bürgerliche Zeitalter seziert und ihm den Todesstoß versetzt, indem er eine Emma Bovary (die bei ihm Jeanne) heißt, an der Seite eines Spießers und Geizhalses verdorren lässt, scheint Krüger meisterlich. Gerade weil der Autor keinen politischen Hintergrund einzieht, so Krüger, kann ihm in der Konzentration auf die Figuren ein brutaler Realismus gelingen, den Maupassants Zeitgenossen als geschmacklos empfinden mussten. Ein kluges Nachwort, Anmerkungen und Briefe runden den Band für Krüger wunderbar ab.
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