Tim Parks

Thomas und Mary

Roman
Cover: Thomas und Mary
Antje Kunstmann Verlag, München 2017
ISBN 9783956141645
Gebunden, 336 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Becker. 30 Jahre sind Thomas und Mary verheiratet. Sie haben zwei Kinder, einen Hund, ein Haus im Grünen. Aber nach Jahren des Auseinanderlebens kommt es - endlich - zu einer Entscheidung. In dieser umgekehrten Liebesgeschichte erzählt Tim Parks, was passiert, wenn die Zuwendung und Hingabe, die ein Paar am Anfang füreinander hatte, sich verwandelt: in lange Spaziergänge mit dem Hund, in die Vermeidung, zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, in Spannungen, wer die Kühlschranktür offen gelassen oder den Tisch nicht abgeräumt hat. Zwischen Komödie und Tragödie pendelt dieser wunderbar leichte Roman, in dem 30 Jahre Ehe mit kühlem Kopf und warmem Herzen überprüft werden, die Abhängigkeiten, die Zärtlichkeit, der Verrat. Es ist die leidenschaftlich intime Chronik einer Ehe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2017

Tim Parks' neuer Roman scheint mit seinen "pikanten" Dialogen und Figurenkonstellationen perfekt geeignet für eine Serie, meint Rezensentin Anja Hirsch. Wäre aber schade um die grandiosen inneren Monologe dieses Eheromans, fährt die Kritikerin fort, die sich mit dem Meister des "inneren Raunens" gern wieder auf ein wahnwitziges Gedankenkarussell begeben hat. Großartig, wie präzise und böse Parks die in die Jahre gekommene Ehe von "Thomas und Mary" seziert, lobt die Rezensentin, die amüsiert beobachtet, wie beide nur noch über den gemeinsamen Hund kommunizieren und das Bindungsproblem mit Affären, Pilates und Paartherapiestunden kompensieren. Dass der Roman bisweilen etwas zu ausufernd gerät, kann Hirsch angesichts der pointierten, "trockenen und überraschenden" Psychogramme und der an Alan Bennett erinnernden Komik gern verzeihen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2017

Kristina Maidt-Zinke kämpft sich regelrecht durch den neuen Roman von Tim Parks hindurch. Vertrackt und nicht immer kurzweilig erscheint ihr die Geschichte einer zerbrechenden Ehe, allen geschilderten Beischlafvermeidungsstrategien und weiteren Kostproben sinistren britischen Humors zum Trotz. Als hätte die Rezensentin die Quälereien der Auflösung, die Gereiztheit der Figuren, ihre Ungeduld und Resignation und Fluchtreflexe am eigenen Leib nachzuspüren. So viel zur Klappentextaussage "wunderbar leichter Roman", meint Maidt-Zinke. Hinzu kommt die komplexe Struktur des Textes aus wechselnden Perspektiven, chronologischen Standpunkten und Szenen, erklärt die Rezensentin einigermaßen erschöpft.
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