Gunter Scholtz

Philosophie des Meeres

Cover: Philosophie des Meeres
Mare Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783866482494
Gebunden, 288 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Seit über zweieinhalbtausend Jahren hat das Meer die Philosophie beschäftigt: Schon Thales, der erste Philosoph der griechischen Antike, betrachtete das Wasser als Quell allen Seins; Kant glaubte, die Ozeane würden nach und nach die Rotation der Erde ausbremsen und darum unweigerlich den Weltuntergang herbeiführen; Edmund Burke wählte den Anblick des Meeres, um den Begriff des Erhabenen zu definieren, und Hegel wiederum warnte seine Studenten, der Akt des Philosophierens selbst ähnele dem Sprung in einen uferlosen Ozean.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2017

Im Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt, so Rezensent Hans-Christian Riechers, spielte das Meer schon immer eine eklatante Rolle. Seine Doppeldeutigkeit und wechselnde Symbolkraft faszinierte und beschäftigte die Menschen und insbesondere die Philosophen schon in der Antike, meint Riechers, einerseits als Lebensraum, Lebensspender und erschließendes, verbindendes Element, andererseits als unberechenbare Bedrohung. Scholtz erzählt seine Philosophiegeschichte schwungvoll und unterhaltsam entlang der Geschichte des Verhältnisses von Philosophie und Meer und kommt dabei immer wieder auch auf aktuelle Fragen und Probleme zurück, lobt Riechers. Gerne zählt sich der Rezensent zu dem "breiten Publikum", das der Autor mit diesem Buch anzusprechen hofft, und bedankt sich für einige wertvolle Kenntnisse und Erkenntnisse.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016

Nicht nur jeder Yachtbibliothek wünscht Rezensent Helmut Mayer dieses Buch des Bochumer Philosophen Gunter Scholtz. Dem Faden durch die Philosophiegeschichte, den Scholtz legt, lässt sich auch ohne Meerespassion gut folgen, meint er. Weniger als philosophische Metapher nimmt der Autor das Meer laut Mayer in den Blick, denn als Ausgangspunkt, um die Gerdanken der auftretenden Autoren zu erläutern. Von Thales über Gesellschaftsentwürfe bei Bacon und Campanella, in denen das Meer als Mittel zur Absonderung auftaucht, bis hin zur naturrechtlichen Verteidigung des Meeres bei Hugo Grotius und zum erhabenen Meer bei Nietzsche und Camus bzw. zum verschmutzen Meer von heute spannt sich der Bogen, meint Mayer. Die vielen Stationen werden vom Autor gekonnt mit Zitaten belegt und verknüpft, lobt er.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.10.2016

Sylvia Staude stimmt diese "Philosophie des Meeres" positiv nachdenklich. Denn ihrer Meinung nach verändert Gunter Scholtz mit seinem Buch den Blick auf den Großteil der Erdoberfläche nachhaltig. Scholtz fokussiert sich auf die Frage, wie der Mensch das Meer betrachtet und aufnimmt. Was heute etwa selbstverständlich erscheint, etwa der Anblick des Meeres, war vor der Zeit des großen Reisens nur den wenigsten vergönnt. Auch ist das Meer durch die vielen Formulierungen und Begrifflichkeiten stark in unser Vokabular eingebunden. Scholtz argumentiert, dass der Mensch mit dem 20. Jahrhundert allerdings die Verbindung zum Meer verliert, da "rabiater Missbrauch und sentimentales Gefühl unser Verhältnis zur Natur bestimmen". Ein Umstand der Verlustgefühle auslöst, so Staude.

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