Gunter Holzmann, geboren 1912 in Breslau, stammt aus dem mittelständischen jüdischen Milieu. Der Aufstieg der Nazis in Deutschland gibt auch seiner Biografie die entscheidende Wendung: Er flieht nach England, studiert in Cambridge und setzt seine Flucht fort nach Südamerika ? Peru zunächst ?, wo er in den Andenhöhen Eisenerz für eine deutsch-jüdische Firma analysiert. Holzmann reist durch die Urwälder am Oberlauf des Amazonas, kommt in Kontakt mit den dortigen Ureinwohnern, versucht sich als Goldgräber und arbeitet als Mineningenieur. Heute lebt der bald Neunzigjährige in Santa Cruz, Bolivien. Holzmann widmet sein Buch den "Idealisten", jenen, die sich "noch nicht verkauft haben", die die Welt verändern und verbessern wollen.
Wie das manchmal so ist, wenn sich über Menschen soviel Gutes sagen lässt: die Rezension von Thomas Pampuch liest sich etwas brav. Gunter Holzmann ist eigentlich kein Schriftsteller, sondern ein Politaktivist und ein reicher Mann, der mit einer Millionen-Spende "Le Monde diplomatique" zu verlegerischer Unabhängigkeit verholfen hat, berichtet der Rezensent. Holzmanns Autobiografie gestaltet sich für ihn teilweise wie ein Abenteuerroman. Holzmann, aus preußisch-bürgerlichem Elternhaus, emigrierte in den dreißiger Jahren nach Südamerika, wo er sich in Bolivien durch alle möglichen Berufe schlug und die hintersten Winkel des Landes und des Amozonasgebietes erforschte, bevor er in Santa Cruz einheiratete und sein Vermögen als Holzhändler machte. Besonders die Schilderungen seines abenteuerlichen Lebens in Südamerika wie auch sein Engagement im kulturellen Leben wie im Umweltschutz seiner neuen bolivianischen Heimat haben Pampuch so sehr beeindruckt, dass es offenbar die Frage nach der literarischen Qualität des Buches in den Hintergrund hat treten lassen.
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