Aus dem Spanischen Angelica Ammar. Was hat das Theorem von Gödel mit Kriminalistik zu tun? Ein argentinischer Mathematikstudent bekommt ein Stipendium an der Universität Oxford und wird dort Zeuge einer Reihe von Morden, die einem logischen Muster zu folgen scheinen. Der Täter hinterläßt jedes Mal eine Botschaft mit einem Symbol, das offensichtlich entschlüsselt werden muß, wenn der nächste Mord verhindert werden soll. Zusammen mit seinem Mathematikprofessor Arthur Seldom versucht der ambitionierte Student die Identität des Serienmörders zu lüften. Doch schon bald stellt sich die Frage, ob die entscheidende Wahrheit vielleicht jenseits aller kriminalistischen Ermittlungen liegt... Guillermo Martinez gelingt die meisterhafte Verbindung eines brillant konstruierten Kriminalromans mit einer atmosphärisch dichten Geschichte um die Geheimnisse der Logik.
Tobias Gohlis bespricht den Kriminalroman "Die Pythagorasmorde" von Guillermo Martinez und beschwert sich dabei bitter über die Härten seines Berufs als Kritiker von Krimis, weil er ja nichts verraten darf. Nur soviel wagt er über die Handlung des Buch verlauten zu lasen, dass es sich um einen Mathematiker dreht, der lebenslang mit dem Beweis des "Unvollständigkeitssatzes" Gödels anhand von "Kriminaluntersuchungen" zu Serienmördern beschäftigt ist und nun mit dem Mord an seinem Schüler konfrontiert ist. Der argentinische Autor hat mit seinem Kriminalroman zugleich eine "Poetologie" des Krimis sowie ein "Essay über die Grenzen des menschlichen Verstehens" vorgelegt, stellt der Rezensent begeistert fest. Er feiert Martinez als einen "neuen Conan Doyle" und ist hingerissen vom "Tempo", dem "Anspielungsreichtum" und der "philosophischen Raffinesse" dieses Krimis. Hier ist die "gelungenste mathematisch mögliche Widerlegung des laufenden Serienkillerschwachsinns" und die Wiederbelebung des "Rätselkrimis auf höchst elegantem Niveau" zu entdecken, jubelt der Rezensent begeistert.
Einen "geistreichen Thriller" erblickt Kolja Mensing in Guillermo Martinez' Roman über einen Mathematikstudenten in Oxford, der Zeuge einer Reihe von Morden wird, die offenbar zahlentheoretischen Überlegungen folgen. Der Roman, der sich dem Phänomen des Serienmordes aus "ungewöhnlicher Perspektive" nähert, zeichnet sich nach Ansicht von Mensing nicht nur durch seine "angenehm unspektakulären" Morde aus, sondern auch durch seinen "schönen essayistischen Erzählton", der selbst vertrackte Gedankengänge zu "logischen Reihen" in einfache Worte fasse. So stehe der Erzähler nach den ersten Morden vor dem Problem, dass zwar eine morbide Systematik zu erkennen ist, so Mensing, sich allerdings getreu Wittgensteins "Paradox des Regelfolgens" aus den Ereignissen keine Gesetzmäßigkeit ableiten lasse: "Eindeutige Aussagen über das nächste Opfer sind nicht möglich."
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