Diese Bilanz eines gesellschaftlichen Aufbruchs ist persönlich und kritisch zugleich: Persönlich, weil nicht nur die Sicht der Autorin, sondern auch ihre von heutiger Warte aus bisweilen bizarren Erlebnisse zum Tragen kommen. Kritisch, weil sie, obwohl so mitten im Geschehen, immer die zwar sympathisierende, aber eben auch distanzgeprägte Sicht auf eine dann doch "fremde" Gesellschaft behält. Auf dieser Grundlage gelingt es ihr, die bleibenden "Erfolge", "Errungenschaften", "Botschaften" der mittlerweile historischen 68er zu vermitteln, die weit über das hinausgehen, was in der Zeit selbst im engeren Sinne politisch verhandelt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2018
Lars Langenau irritiert der schwarz-rot-goldene Einband nur kurz. Drinnen steckt Gretchen Dutschke, wie sie leibt und lebt, versichert er, provokativ und offen. Dass es in diesem Buch mehr um die "Bewegung" geht als um Rudi, scheint Langenau zu freuen, auch dass die Autorin eigene biografische Momente einfließen lässt. Die Frage, was von '68 geblieben ist, beantwortet ihm die Autorin zwar mit der bekannten Schwammigkeit der Revoluzzer, aber auch mit dem Plädoyer, dass nun die Jungen dran seien. Die Aktualität der damaligen Themen und Kritik kann Langenau aber auch alleine sehr gut erkennen.
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