as Land steckt in der Krise. Seine Parteien auch. Im Chinesischen besteht das Wort "Krise" aus zwei Schriftzeichen. Das eine heißt "Gefahr", das andere "Chance". Der notorische Optimist Gregor Gysi glaubt wie Obama: Das Beste kommt noch. Er sieht Chancen, die sich aus den Veränderungen im Lande ergeben, und thematisiert Probleme, die andere nur stiefmütterlich behandeln: die soziale Zerklüftung der Gesellschaft, die Militarisierung der Außenpolitik, die Vernachlässigung ganzer Regionen Gysi spricht diese und andere existenzielle Fragen an und sucht nach Auswegen aus der Krise der Gesellschaft und seiner Partei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2013
Politik könnte ja so einfach sein, stellt Mechthild Küpper erstaunt fest. Es müssten halt nur alle wie der Gysi sein! Oder besser nicht? Das Coverbild mit Gysi, der nach vorne wie nach rückwärts zeigt, bedeutet der nach der Lektüre etwas verwirrten Rezensentin jedenfalls die Stoßrichtung des Buches: kreuz und quer. Immer aber fröhlich parlierend, weshalb Küpper dem Autor auch nichts krumm nehmen kann. Nicht die in diesem Band offensichtliche Mehrfachverwertung und parteiprogrammtaugliche Zusammenbastelei alter Interviewtexte. Und auch nicht den Mangel an Glaubwürdigkeit, den der Autor laut Küpper durch die Entwertung eigener Analysen permanent selbst verursacht.
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