Die italienische Journalistin Giuliana Sgrena wird bei Recherchearbeiten im Irak entführt und wochenlang von den Mujaheddin als Geisel festgehalten. Die Welt ist entsetzt und fassungslos: Warum gerade Sgrena, die mutige, kritische Journalistin, die keineswegs auf seiten der Besatzer steht? "Liberatela!" rufen Tausende von Demonstranten auf den Straßen Roms. "Lasst Giuliana Sgrena frei!" fordern Journalisten und Politiker aus aller Welt. Nach vier Wochen endlich die Befreiung. Doch die unbändige Freude endet jäh in einem Alptraum: Durch amerikanische Kugeln wird der Geheimdienstagent Nicola Calipari getötet, der Mann, der Giuliana Sgrena aus der Geiselhaft gerettet hatte. Sie selbst wird schwer verletzt - und damit zum zweiten Mal Opfer von "Friendly Fire". In ihrem Buch beschreibt Giuliana Sgrena die dramatischen Ereignisse in einem von Krieg und Besetzung gepeinigten Land, in dem Geiseln zu Waffen werden und Opfer aus der Zivilbevölkerung kaum noch zählen
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2006
Eine Abrechnung mit den USA sieht Alexander Görlach in Giuliana Sgrenas Buch über ihre 28 Tage währende Geiselhaft im Irak. Die Journalistin der italienischen Tageszeitung "Il Manifesto" unterstütze prinzipiell die Bestrebungen der Iraker nach Unabhängigkeit, lehne allerdings die Methoden ab, mit denen diese ihr Ziel zu erreichen suchen. Besonders bitter erscheine, dass Sgrenas Retter, Nicola Calipari, Kommandant einer Spezialeinheit der italienischen Polizei, im Sperrfeuer amerikanischer Soldaten sterben musste. Görlach berichtet, dass der Zwischenfall, nach Angaben der Amerikaner ein "Unfall", erstmals die Kriegskoalition von Präsident Bush und Ministerpräsident Berlusconi entzweite. Sregna halte den USA vor, eine konstruktive Aufarbeitung des Vorfalls zu verhindern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.03.2006
Alexander Jürgs hat besonders beeindruckt, wie gelungen Giuliana Sgrena den Bericht ihrer Entführung und Befreiung, die den Hauptaspekt des Buches ausmachen, mit einer "umfassenden Analyse" der irakischen Situation verknüpft. "Erstaunlich" sei, wie gut sich diese verschiedenen Ebenen des Buches zusammenfügen. Jürgs lobt die "scharfe" Beobachtung und die "kenntnisreiche" Beurteilung der Lage im Irak durch die Autorin, die ein sehr detailreiches und "vielschichtiges" Bild des Irak zeichnet. Lediglich an der deutschen Fassung des Buches hat er einiges auszusetzen. So ist er zwar bereit, über die "kleineren orthografischen Fehler" und "holprigen" Formulierungen hinwegzusehen, geärgert hat er sich aber über die fehlenden Anmerkungen. So macht sich die Autorin in ihrem Buch beispielsweise Gedanken über eine "mögliche Ablehnung des Verfassungsreferendums" durch die Sunniten. Beim Erscheinen der deutschen Fassung hätte man etwa anmerken können, dass die Verfassung dennoch angenommen wurde, schreibt Jürgs unzufrieden.
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