Gisela Bock erzählt und deutet in diesem Buch ein halbes Jahrtausend europäischer Frauengeschichte. Ihre Darstellung gibt nicht nur Einblick in die kulturellen, sozialen, politischen und rechtlichen Verhältnisse von Frauen seit dem Mittelalter, sie leiht auch den Frauen der Vergangenheit selbst immer wieder ihre Stimme und lässt sie zu Wort kommen. Im Rahmen einer Kulturgeschichte der Geschlechterbeziehungen schildert sie die Lebens-, Arbeits- und Rechtsverhältnisse der Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, ihre Ideale und Realitäten, ihren mühsamen Kampf um bürgerliche, politische und soziale Rechte. Ein Leitmotiv ist dabei die "Querelle des Femmes": der europäische Streit um die Geschlechter und ihre Rollen in der Gesellschaft, der durch die Jahrhunderte andauerte, sich aber auch veränderte. Die Geschichte der Frauen erweist sich somit auch als die Geschichte der Debatte über die Frage, was Frauen, Männer, Geschlechter und was Menschen überhaupt sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2000
Ein dichtes, informatives Buch ist das, meint der Rezensent mit dem Kürzel "add." in seiner kurzen Besprechung. Die Autorin habe die Debatte über "Würde und Wesen der Frauen" in ganz Westeuropa vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart untersucht und in Beziehung gesetzt und sich damit einer "riesigen Synthetisierungsaufgabe" unterzogen. Leider ist es nicht auch ein nützliches Buch geworden, klagt der Rezensent, denn als Nachschlagewerk eigne es sich nicht: "Das Inhaltsverzeichnis taugt nicht als Wegweiser, und ein Sachregister fehlt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.09.2000
Ziemlich angetan ist die Rezensentin Claudia Opitz von der Arbeit der Berliner Sozialhistorikerin Gisela Bock zur europäischen Frauengeschichte der letzten 500 Jahre. Die Arbeit ist erschienen in der Reihe "Europa bauen", die vom französischen Historiker Jacques LeGoff initiiert wurde und in fünf Sprachen in verschiedenen Verlagen erscheint. Die komplexe Thematik dieses Bandes hat Bock nach Opitz` Auffassung "brillant gemeistert". Zwar könne die Komplexität und differenzierte Darstellung der Thematik dazu führen, "dass die Leserin bisweilen den roten Faden verliert" - das sollte aber nur dazu ermutigen, sich tiefer in die Thematik einzuarbeiten, meint Opitz. Als Beispiele für die gelungene Arbeit Bocks zeichnet die Rezensentin deren Argumentationslinien zur Industrialisierung und ihrer Auswirkung auf männliche und weibliche Erwerbsarbeit oder zur Entwicklung der Staatsbürgerrechte nach. Das Buch ist "ein bislang einzigartiger Längsschnitt durch die europäische Geschichte" resümiert Opitz.
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