Eine Publikation des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin. Ethnische "Säuberungen" sind die dunkle Kehrseite unserer Demokratisierung und Nationalstaatsbildung. Michael Schwartz beschreibt die globalen Zusammenhänge und führt die erschütternde Vielfalt ethnischer Gewalttaten in unserer modernen Welt vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2014
Carsten Kretschmann hat sich gequält mit Michael Schwartz und seiner vergleichenden Gesamtsicht ethnischer Säuberungen im 19. und 20. Jahrhundert. Sperrig und blass erscheint ihm der Zugriff des Autors auf sein Thema. Und doch hält Kretschmann das Buch für immens wichtig. Als albtraumhafter Spiegel einer anderen Moderne, in der die Logik des Barbarischen herrscht. Wenn Schwartz koloniale Genozide um 1900 in Südwestafrika, indische Massaker 1947 oder den Nahostkonflikt unserer Tage beschreibt, ahnt der Rezensent, dass Vollständigkeit nicht zu erreichen ist. Umso mehr beeindruckt ihn die Fähigkeit des Autors, einzelne Aspekte zu beleuchten und Brüche im Umgang mit ethnischen Säuberungen zu erkennen und pointiert darzustellen, so bei der Widerlegung des sozialistischen Mythos' von einer "humanen" Umsiedlung in Osteuropa anno '45.
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