Gilbert Adair

Buenas Noches, Buenos Aires

Roman
Cover: Buenas Noches, Buenos Aires
C.H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406605185
Gebunden, 176 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jochen Schimmang. Mit 16 Jahren, während er beim bemühten Petting mit der Freundin "Mr. Sandmann" von den Chordettes hört, begreift Gideon plötzlich, dass er lieber Jungs mag. Doch das Zusammensein mit einem Mann spielt sich zunächst vor allem in seiner Phantasie ab. Acht Jahre später, Anfang der 1980er Jahre, zieht es ihn als Sprachlehrer nach Paris. In der von ständigem Partnerwechsel und dauerndem Sex geprägten Welt der Homosexuellen - alle seine Kollegen sind schwul - macht Gideon einen etwas unbeholfenen Eindruck. Während sich die anderen täglich mit den Erlebnissen der vergangenen Nacht brüsten, verlaufen für Gideon seine wenigen Begegnungen unbefriedigend, nicht selten katastrophal und außerdem unfreiwillig komisch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2011

Lena Bopp ist entzückt von diesem Roman des Krimi-Autors Gilbert Adair. Offenbar hat der Autor einmal alles anders und auch noch richtig gemacht. Herausgekommen ist ein kleiner Text, eine fiktive Autobiografie im Paris von 1980: Mitterand regiert, Aids grassiert und der schwule Held gewinnt Abstand zu seiner Lebenslüge und stürzt sich ins tödliche Leben. Bopp fasziniert die Aufrichtigkeit und Einfühlsamkeit des Berichts, die dem Leser keine einfachen Urteile erlauben, wie sie schreibt. Am Ende stellt sie verwundert fest, wie sehr ihr Adairs kompromisslose Figur als Vorbild ans Herz gewachsen ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010

Gustav Seibt hat einen leicht zu lesenden, aber schwer zu verkraftenden Roman in Form einer fingierten Autobiografie gelesen, in dem der Verlauf einer schwulen Initiationsgeschichte und der Ausbruch von Aids im hedonistischen und sorglosen Paris der frühen achtziger Jahre zusammenfallen. Schonungslos, drastisch (eine "rousseauistische Erzählhaltung absoluter Aufrichtigkeit") und in aller Ausführlichkeit schildert der junge Protagonist Gideon die sexuellen Ausschweifungen in der damaligen Schwulenszene, kurz bevor bei den ersten Partygängern die noch unerforschte Immunschwäche auftrat und bald darauf schleichend um sich griff. Der bisher fast enthaltsam lebende Gideon stürzt sich just zu diesem Zeitpunkt sehenden Auges in sexuelle Exzesse, um im letzten Augenblick "die Ausgelassenheit, die joie de vivre, den Jazz und den Schwung" zu genießen, zitiert Seibt den Autor. Für den Rezensenten hat mit der Darstellung dieses konsequent tödlichen Lebenshungers die "Kunst eine prekäre stilistische Brillanz erreicht, die das Fragwürdige seines Sujets glanzvoll überstrahlt".
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