Rebecca Makkai

Die Optimisten

Roman
Cover: Die Optimisten
Eisele Verlag, München 2020
ISBN 9783961610778
Gebunden, 624 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. Chicago, 1985: Yale ist ein junger Kunstexperte, der mit Feuereifer nach Neuerwerbungen für seine Galerie sucht. Gerade ist er einer Gemäldesammlung auf der Spur, die seiner Karriere den entscheidenden Schub verleihen könnte. Er ahnt nicht, dass ein Virus, das gerade in Chicagos "Boys Town" zu wüten begonnen hat, einen nach dem anderen seiner Freunde in den Abgrund reißen wird.  Paris, 2015: Fiona spürt ihrer Tochter nach, die sich offenbar nicht finden lassen will. Die Suche nach der Tochter gestaltet sich ebenso zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, denn in Paris trifft sie auf alte Freunde aus Chicago, die sie an das Gefühlschaos der Achtzigerjahre erinnern und sie mit einem großen Schmerz von damals konfrontieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2020

Rezensent Tobias Döring findet Rebecca Makkais Roman etwas zu lang. Am besten gefällt ihm der Teil, in dem sich die Autorin, gestützt auf genaue Recherche, wie Döring vermutet, mit der Partyszene im Chicago Mitte der 80er befasst, genauer mit der Schwulenszene und der aufkommenden AIDS-Welle. Dieser Teil dreht sich um einen jungen Galeristen, der mit dem Virus infiziert wird und dessen Leben aus dem Lot gerät. Der Autorin gelingt hier laut Döring ein "ereignisreiches" Zeitpanorama, das auch noch Gegenwartsbezüge zulässt, wie er findet. Der andere damit "locker verknüpfte" Teil, in dem eine Mutter-Tochter-Geschichte im Vordergrund steht, überzeugt Döring weniger. Weniger wäre hier mehr gewesen, glaubt er.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.06.2020

Rezensentin Elke Heidenreich hat genau den richtigen Roman gefunden, um für einige Stunden der gegenwärtigen Wirklichkeit zu entkommen, ohne sich dabei von der Realität gänzlich loszusagen. "Die Optimisten" ist kein Wohlfühlbuch! Es erinnert Heidenreich an jene Zeit, als eine ganze Generation junger, schwuler Männer auf elende Weise mehr oder weniger ausgelöscht wurde, durch eine Krankheit die heute zumindest behandelbar ist. Makkai erzählt von diesen Männern, von Familien, die nicht mal zum Abschiednehmen kamen, vom Alltag mit der Krankheit und vor allem von den Freundschaften. Im Zentrum dieser Freundschaften steht Fiona - Fiona, deren Tochter dreißig Jahre später Mitglied in einer Sekte wird - unter anderem auch deswegen, weil ihre Mutter früher mehr mit ihren schwulen, sterbenden Freunden beschäftigt war als mit ihrem Kind, lesen wir. Makkais sensationeller Roman wechselt immer wieder zwischen 1985 und 2015 hin und her und zeigt somit auch die Langzeitfolgen der Epidemie auf - zerrüttete Familien, abgebrochene Karrieren, zerstörte Freundschaften, so die berührte Rezensentin. Die Autorin lässt sich Zeit für ihre Geschichten - sie gibt den Figuren, ihren Biografien, ihrem Glück und ihrem Leid Raum, ohne dabei jemals ins "Lamento abzudriften", schließt Heidenreich.
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