Aus dem Englischen von Alexandra Steffes und Henning Hoff. Die globale Finanzkrise von 2008 hat die Welt verändert. Der Glaube, dass die Globalisierung allen Ländern gleichermaßen nutzen könnte, ist der Überzeugung gewichen, dass nun ein Kampf um Macht, Einfluss und endliche Ressourcen begonnen hat. Aus einer Welt, wo alle Staaten Gewinner waren, ist eine geworden, die vom Nullsummendenken dominiert wird. Das "optimistische Zeitalter", das mit dem Fall der Berliner Mauer begann, ist vorbei, ein neues "Zeitalter der Angst" zieht herauf. Europa und die Vereinigten Staaten werden immer stärker von China und anderen aufstrebenden Mächten wie Indien oder Brasilien herausgefordert. Das neue Denken, wonach der Machtzuwachs eines Landes den Machtverlust des anderen darstellt, verhinderte zuletzt internationale Einigungen beim Klimaschutz und der Weltwirtschaftspolitik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2012
Neugerig auf die Ordnung, die Gideon Rachman, der außenpolitische Kommentator der Financial Times, wohl in den finanzpolitischen Scherbenhaufen bringt, arbeitet sich Elmar Altvater, Urgestein der politische Ökonomie, durch die vom Autor zur Orientierung aufgestellten Epochen von 1978 bis heute: Zeitalter der Transformation, des Optimismus, der Angst. Altvater stellt fest, dass Rachmans weitgehend von angenehm kritischer Distanz geprägtes Buch zwar vom Ende des Optimismus titelt, der Autor seinen Text aber durchaus optimistisch endet, nämlich mit einer binären Freund-Feind-Logik. Die wieder findet der Rezensent problematisch, primitiv geradezu, da ihm diese Nullsummenwelt nicht geeignet scheint, alle, wirklich alle prosperieren zu lassen.
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