Die neunziger Jahre gelten als die Dekade der Globalisierung. Kaum ein bedeutendes politisches Thema wird heute noch ohne Bezug auf seine globalen Dimensionen diskutiert. Gängige Definitionsmerkmale der Globalisierung sind eine Liberalisierung der Finanzmärkte, grenzüberschreitende ökologische Gefahren, transnationale Fusionen, die massenmediale Verbreitung westlicher (Konsum-)Leitbilder, anschwellende Migrationsströme und eine abnehmende Effektivität nationaler Politik. Die Bewertung der Globalisierung, insbesondere die Frage nach ihrem Verhältnis zur Demokratie, ist freilich höchst vielfältig und kontrovers. Der Band bietet einen Überblick über zentrale Entwicklungen, vermittelt Einblicke in regionale Globalisierungserfahrungen und informiert über internationale Institutionen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2003
Angesichts der Literaturflut zum Thema Globalisierung begrüßt Benedikt Koehler diese Einführung, in der das Für und Wider der Globalisierung dargestellt ist und in der der Autor eine "Bestandsaufnahme" der Globalisierungsdebatte vornimmt. Der Rezensent lobt die "Gewissenhaftigkeit", mit der Müller Fakten von Meinungen trennt, auch wenn die Darstellung dadurch mitunter etwas "schematisch wirkt", wie Koehler einräumt. Er lobt den Autor, auch neueste Forschungsliteratur zum Thema berücksichtigt zu haben und hätte sich lediglich "ausführlichere" Hinweise auf Internetseiten in der Bibliografie gewünscht. Auf jeden Fall sei Müller eine neutrale, informative Darstellung seines Gegenstandes gelungen, ohne den Leser seine "eigene Meinung" vermitteln zu wollen, so Koehler zustimmend.
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