Das vorliegende Buch deckt den Zusammenhang zwischen Außenpolitik und Kultur auf. Es setzt Deutschlands Russlandpolitik und russische Außenpolitik in Beziehung zur politischen Kultur beider Staaten. Welche Außenpolitik erscheint gegenüber Russland geboten, wenn man die komplizierten und oft widersprüchlichen sozioökonomischen und kulturellen Wandlungsprozesse in Russland berücksichtigt? Wie kann es gelingen, die historisch bedingten, unterschiedlichen Horizonte der Gesellschaften beider Staaten miteinander zu verschmelzen? Ilja Kalinin plädiert für eine verantwortungsethisch-konservative Betrachtungsweise Russlands, die das historisch Gewachsene anerkennt und sich die vielfältigen Voraussetzungen des Werdens einer liberaldemokratischen politischen Ordnung bewusst macht, um den russischen Wandlungsprozessen adäquat zu begegnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2016
Lesenswert findet Rezensentin Kerstin Holm die Analyse der deutsch-russischen Beziehungen durch Ilja Kalinin. Der Göttinger Politologe sieht darin den alten Gegensatz von Gesinnung und Verantwortung am Werke, erklärt sie: Der moralischen Außenpolitik von Kanzlerin Merkel stellt er das "um Stabilität ringende" Russland Wladimir Putin gegenüber, den wir uns in dieser Konstellation als den Verantwortungsethiker vorstellen sollen. Beide radikalisieren sich gegenseitig, und weil Berlin - zusammen mit Warschau - Moskau in "pastoraler Machtvergessenheit" gegenüber trete, sehe dieses sich gezwungen, seine einzige Trumpfkarte auszuspielen: die Gewaltbereitschaft. Dass der Autor viel Völkerpsychologie bemüht, um seinen Gegensatz zu bekräftigen, stellt die Rezensentin fest, stört sich aber nicht daran. Holm findet in dem Buch eher eine Bestätigung für ihre These, dass sich Merkel und Putin gleich weit von realistischer Realpolitik entfernt haben.
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