Gerhart Baum

Besinnt Euch!

Das Vermächtnis eines großen Liberalen
Cover: Besinnt Euch!
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518474983
Gebunden, 72 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Gerhart Baum war zwölf, als er die Bombennacht von Dresden überlebte. Die Empörung über die Katastrophe des 20. Jahrhunderts, den Zivilisationsbruch der Nazis, hat sein lebenslanges Engagement für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte entfacht. Das Fundament für eine gesunde Demokratie war für ihn ein empathischer Liberalismus. Ein Liberalismus, der auf Bürger- und Menschenrechte achtet, auf Eigenverantwortung wie auf Sozialstaatlichkeit. Es ging ihm nicht um die Freiheit und Würde der Privilegierten, sondern um Freiheit und Menschenwürde möglichst vieler. Schon sehr früh hatte er vor einem Epochenbruch gewarnt und sich immer wieder in öffentliche Debatten eingemischt. Bis zuletzt hat er an diesem Appell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gearbeitet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.07.2025

Ein Weckruf aus einer anderen Zeit und dennoch so wichtig, meint Rezensent Michael Hesse. Er stammt aus dem Munde des ehemaligen FDP-Politikers und Bundesministers Gerhard Baum, der ihn auf dem Totenbett diktiert hat, zu Papier gebracht hat ihn dann, so Hesse, der Journalist Uli Kreikebaum, Baums Frau steuert das Vorwort bei. Nicht zufällig ist die Namensähnlichkeit des Buches mit Stéphane Hessels Schrift "Empört Euch!", weiß Hesse, beiden geht es darum, den Menschen klar zu machen, dass sie die Welt verändern können. Inhaltlich geht es um Themen wie Klimawandel und Rechtsruck, insbesondere die Warnung vor letzterem verknüpft Baum mit persönlichen Erinnerungen an seine Kindheit, in der er den Nationalsozialismus und den Weltkrieg erlebte. Diejenigen, gegen die er anschreibt, fasst der Rezensent zusammen, sind Putin, Höcke, Trump und andere, auch Merz macht er Vorwürfe, was dessen Umgang mit der AfD betrifft. Neu sind solche Warnungen nicht unbedingt, gesteht Hesse ein, den die Dringlichkeit dieses Textes dennoch tief beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2025

Rezensentin Viola Schenz beschäftigt sich angesichts der Krise der FDP mit gleich zwei Publikation von berühmten Mitgliedern dieser Partei: Gerhart Baum hat noch am Vorabend seines Todes an seinem Appell gearbeitet, fertiggestellt wurde das Büchlein dann von dem Journalisten Uli Kreikebaum. Es kommen Baums Herkunft und seine Erlebnisse im Krieg zur Sprache, aber vor allem seine Sorge um die Demokratie. Er fordere, wieder mit Argumenten zu streiten und sich damit zu befassen, wie mit Autokraten und Diktatoren im UN-Sicherheitsrat umzugehen sei. Schenz kann da nur zustimmen, liest aber nicht wirklich etwas Neues, zudem ist der Text sichtlich auf Buchlänge gestreckt worden. Bei Wolfgang Kubicki geht es ihr ähnlich: Auch er betont, wie wichtig es ist, dass Demokraten nun zusammenwirken, um an einer "vernunftorientierten Lösung" von Problemen wie der AfD zu arbeiten, aber überraschend ist das beim besten Willen nicht. Gut gemeint, resümiert die Kritikerin, aber wirklich ändern oder zum Handeln motivieren werden diese Bücher wohl eher nicht.

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