Die Ausstrahlung der US-amerikanischen Serie "Holocaust" im westdeutschen Fernsehen im Jahr 1979 stellte ein epochales Medienereignis dar. Nach langen Jahrzehnten des Schweigens und Verdrängens wurde die Zeit des Nationalsozialismus Gegenstand einer breiten öffentlichen Debatte. Dieser Band arbeitet den Wandel heraus, der im Umgang mit der NS-Geschichte in den vergangenen 30 Jahren in vielen Bereichen von Wissenschaft, Bildung, Politik und Medien stattgefunden hat.
Rezensent Jan Süselbeck begrüßt diesen von Gerhard Paul und Bernhard Schoßig herausgegebenen Sammelband über die öffentliche "Erinnerung und Medialisierung des Nationalsozialismus". Die Autoren ziehen seines Erachtens eine "bittere Bilanz" der diesbezüglichen Entwicklung in den letzten dreißig Jahre. Besonders hebt er den Beitrag über die US-Serie "Holocaust" hervor, die in diesem Band als gelungene geschichtsdidaktische "Lektion" gewürdigt werde, infolge derer das Verbrechen der Judenvernichtung überhaupt erst ins Bewusstsein der deutschen Bevölkerung gedrungen sei. Heute dagegen sei die Entwicklung wieder rückläufig, wenn in den Sendungen des Guido Knopp Zeitzeugen unkommentiert Schutzbehauptungen der Täter wiederholen dürften oder wenn in Filmen wie "Der Untergang" die deutschen Opfer im Vordergrund stehen. Der Rezensent findet das sehr überzeugend und empfiehlt den Band besonders Lehrern.
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