Gerhard Paul

Die Täter der Shoah

Fanatische Nationalsozialisten oder ganz normale Deutsche?
Cover: Die Täter der Shoah
Wallstein Verlag, Göttingen 2002
ISBN 9783892445036
Broschiert, 280 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Gerhard Paul. Der Band liefert einen aktuellen Überblick der Forschungsergebnisse über die Täter der Shoah und trägt zur Versachlichung der Debatte über ein jahrzehntelang vernachlässigtes Thema bei. Verbrechen der Wehrmacht haben erstmals umfassend Fragen nach den Tätern der Shoah aufgeworfen. Handelte es sich bei ihnen um radikalisierte Desperados, um "ganz normale Männer" oder um fanatisierte Nationalsozialisten? Hatte sich die wissenschaftliche Forschung in den vergangenen fünf Jahrzehnten eher am Rande und spekulativ mit solchen Fragen beschäftigt, ist in den vergangenen fünf Jahren eine breite Täterforschung in Gang gekommen. Erste gesicherte Erkenntnisse zeigen, daß der Kreis der Täter die Kerngruppen des Nationalsozialismus weit überschritt und auch ausländische Kollaborateure einschloß.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2002

Der von Gerhard Paul herausgegebene Sammelband "Die Täter der Shoa" möchte neue Akzente in der Täterforschung setzen, notiert Rezensent Hans-Jürgen Döscher. Wie er ausführt, will Paul deutlich machen, inwieweit auch die Geschichtswissenschaft Tabus und Verdrängungen in der Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte unterlag. Den umfassenden Überblick zur bisherigen Täterforschung, den Paul zu diesem Zweck gibt, empfindet Döscher indes bisweilen als "hyperkritischen Rückblick", dem manch verdienstvolle Studien ausgewiesener Historiker zum Opfer falle. Von den Beitragen - sie umfassen thematisch die Beteiligung von Einheiten der Sicherheitspolizei, der Ordnungspolizei und der Wehrmacht ebenso wie die Rolle von Teilen der Zivilverwaltung bei den Judenmorden in den Ostgebieten - hebt der Rezensent insbesondere Bogdan Musials Artikel über die Zivilverwaltung und Dieter Pohls Analyse des Anteils ukrainischer Hilfskräfte bei den Massenmorden hervor. "Im Ergebnis", so der Rezensent zusammenfassend, "weisen die einzelnen Detailstudien sehr unterschiedliche Tätertypen nach, die über den Kreis nationalsozialistischer Kerngruppen hinausgehen und auch ausländische Kollaborateure einschließen."

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