6 CDs, Laufzeit: 7h 19. Gelesen von Peter Matić und Manuel Rubey. Eine unerfüllte Liebe, ein ungeklärter Mord und eine große Lebenslüge
Als der junge Wiener Historiker Max Schreiber im Herbst 1950 in ein Tiroler Bergdorf kommt, um einem Geheimnis aus dem 19. Jahrhundert auf den Grund zu gehen, stößt er auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln funktioniert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, deren Sprache verschüttet ist. Mehr und mehr gerät er in einen Sog aus Misstrauen und Aberglauben, und als der Winter mit tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation für ihn dramatisch zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2016
Anja Hirsch kommt mit dieser Lesung des Buches von Gerhard Jäger gut klar. Von einigen nervenden Wiederholungen gegen Ende des Textes und etwas Tempomangel abgesehen findet sie den Ton für die Geschichte um einen Autor, der 1950 in einem Tiroler Bergdorf ein altes Verbrechen recherchiert, gut getroffen, vom Autor selbst wie von den lesenden Schauspielern. Mit diesem zuweilen beschwörenden Ton und Jägers Bildlichkeit aufersteht eine archaische Welt, meint Hirsch, mit stummen Figuren, Geheimnissen und verworrenen Innenwelten. Die laut Hirsch etwas bemühte und vorhersehbare Rahmenhandlung, die den Bogen zum Heute und zum Thema Erinnerungskultur schlägt und das Erzählte unterbricht, kann sie auf die Art verkraften.
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