Maria E. Brunner

Berge Meere Menschen

Roman
Cover: Berge Meere Menschen
Folio Verlag, Wien 2004
ISBN 9783852562711
Gebunden, 168 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Ein Roman über die Loslösung des "Kostkindes" von seinen Eltern, die nie als Eltern empfunden wurden. Über die quälende Verstrickung der Tochter in ein Beziehungsgeflecht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005

Hanns-Josef Ortheil schwärmt von der "raren Kraft und Anspannung", die in dem Romandebüt der Südtiroler Schriftstellerin Maria E. Brunner zu spüren ist. Zentrum des "schlanken, verknappten" Buches ist das "Kostkind", eine Vollwaise, die auf einem Südtiroler Einödhof aufwächst und schon früh vom Weggehen träumt. Das "Seltsame" an diesem Roman sei nun, staunt die Rezensentin, dass Brunner diese Konstellation nicht als Ausgangspunkt, sondern als unveränderliches Leitmotiv behandelt. Die Protagonistin wird zwar in verschiedenen Lebensabschnitten geschildert, aber die "Rastlosigkeit" bleibt immer da, und auch ihre Vergangenheit wird nie aufgeklärt. Die "wenigen, aber starken" Randfiguren bilden "eine Art Stimmengeflecht", die die Heldin zu beeinflussen suchen, um schließlich bald vor ihrer Unbedingtheit" zu kapitulieren. Sie kommen dem Autor daher wie "Stelen" vor, die am Rande des Weges des Kostkindes stehen. Vom Thema her "frühromantisch", verliere sich der Roman nie in "erzählerischem Kleinkram", bemerkt der Rezensent, der es wegen des spürbaren "Stolzes und der Strenge" auch als "ganz und gar" in den Bereich der Moderne einordnet. Eine endgültige Zuordnung dieses "kraftvollen" Romans, der "mal Stimmen-Drama, mal Gesang, mal zorniges Verwerfen" ist, fällt dem Rezensenten aber schwer.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2005

Rezensent F. Hs. zeigt sich beeindruckt von Maria E. Brunners Romandebut. Eine düstere Geschichte über einen schwierigen Lebensweg habe die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin hier vorgelegt und es dabei in hervorragender Weise geschafft, ihre Sprache dem holprigen Weg der Protagonistin anzugleichen. Allerdings seien die Innenansichten weniger gelungen als die Passagen, in denen sich die Autorin der Außenwelt, im Wesentlichen Tirol und Sizilien, annehme, meint der Rezensent, was aber seinem positiven Urteil keinen Abbruch tut.
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