Gerhard Gamm

Philosophie im Zeitalter der Extreme

Eine Geschichte philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert
Cover: Philosophie im Zeitalter der Extreme
Primus Verlag, Darmstadt 2010
ISBN 9783896783998
Gebunden, 368 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Im 20. Jahrhundert sieht sich die Philosophie radikal infrage gestellt. Sie muss ein neues Selbstverständnis entwickeln. Gerhard Gamm schreibt seine Geschichte der Philosophie im Zeitalter der Extreme entlang von vier großen Themenkomplexen: Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Leben: das, was in uns nicht philosophiert (Unbewusstes, Leib, Angst), soll in den Text der Philosophie aufgenommen werden. Im zweiten Kapitel geht es um die spannungsreiche Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Technik. Die Wende zur Sprache gilt schließlich drittens als das herausragende Kennzeichen der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Auch hier stehen die Zeichen auf Sturm. Zuletzt konfrontiert uns das vierte Kapitel mit dem Generalvorwurf, dass die Philosophie angesichts solch menschheitsvernichtender Akte der Barbarei wie Auschwitz versagt habe. Kann die Philosophie darauf Antworten finden?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.08.2010

In seiner Besprechung dieser philosophischen Jahrhundertbilanz von Gerhard Gamm diskutiert Rezensent Ralf Konersmann vor allem die Frage, ob Philosophiegeschichte noch als fortschreitender Vernunftmonolog im Hegelschen Sinne denkbar wäre. Denn auch wenn sie nicht mehr Triumphgeschichte sein kann, darf sie den Anspruch aufgeben, Sachwalterin der Vernunft zu sein? In Konersmann Augen hat Gerhard Gamm eine elegante Form gefunden, um die Tatsache, dass sich im 20. Jahrhundert "Wirklichkeit und Vernunft" weiter denn je voneinander entfernt haben, indem er die Philosophie dieser Epoche eine dem Zeitalter der extreme unterworfene darstellt. Wie Gamm dies nun genau bewerkstelligt, welche Philosophen und welche Richtungen er in seiner Bilanz wie darstellt, ist der Rezension nicht zu entnehmen, Konersmann bleibt da ein wenig abstrakt. Allerdings erfahren wir, dass Gamm sich für den Geschmack des Rezensenten etwas ungebührlich ins Bild drängt, allerdings auf Rorty sehr "scharfzüngig" antwortet und auf der "Zeitgenossenschaft der Vernunft" anstelle des Pragmatismus beharrt.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…