Mit zwanzig Abbildungen. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, die Kriegsschuldfrage und die problematischen Friedensbedingungen des Versailler Vertrages von 1919 prägten die politische Entwicklung Deutschlands in den 1920er- und 1930er-Jahren nachhaltig. Die Dolchstoßlegende wurde zu einer der wirksamsten propagandistischen Waffen gegen die Weimarer Republik. Wer die Geschichte der ersten deutschen Demokratie verstehen will, muss sich ihre Gründungssituation vergegenwärtigen. Dazu gehört auch, zu erkennen, welche Fehler beim Umgang mit dem Kriegsende gemacht wurden, auch von demokratischen Kräften. Der Historiker Gerd Krumeich erzählt entlang der Quellen und konsequent aus der Sicht der Zeitgenossen, wie das Trauma der Niederlage in eine Kultur des Hasses mündete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018
Rezensent Wolfram Pyta trifft bei Gerd Krumeich auf kritische Fragen an die erste deutsche Demokratie. Wie der Autor zuvor die Waffenstillstandsverhandlungen unter Ludendorff untersucht, der Frage nach einem besseren Start durch erträglichere Friedensbedingungen und nach der revolutionären Durchsetzung des Heeres nachgeht, findet Pyta gewinnträchtig. Neue Akzente setzt der Autor für ihn auch bei der Bewertung materieller und symbolischer Akte der Weimarer Republik gegenüber ihren Kriegsheimkehrern, indem er die Französische Republik als Maßstab nimmt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2018
Hedwig Richter betont, dass Gerd Krumeich nicht dem Revisionismus betreffend Weimar das Wort reden möchte. Die Dolchstoßlegende umkreist der Historiker laut Richter ohne Hang zum Mythos. Auch wenn die Thesen und Ideen im Buch Richter nicht überraschen, Krumeichs Forschungsüberblick und seine Befassung mit dem "Trauma" Krieg, Niederlage und Friedensvertrag für eine kühle, präzise Analyse und Interpretation der Weimarer Republik scheint ihr unbedingt lesenswert.
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