Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2010
Als notorisch schwer verständlich und darum auch als notorisch schwer zu übersetzen gelten die Gedichte des jesuitischen Autors und Priesters Gerard Manley Hopkins. Mancher Übertragungsversuch wurde unternommen, am umfangreichsten und bislang, wie der Rezensent Jürgen Brocan (selbst ein Übersetzer) findet, auch am gelungensten von Ursula Clemen und Friedhelm Kemp vor mehr als fünfzig Jahren. Die neuen Übersetzungen von Dorothea Grünzweig jedoch übertreffen, so Brocan, die vorherigen, und zwar - er demonstriert es am Beispiel -, weil sie trotz kleinerer Freiheiten den Eigenwilligkeiten des Originals poetisch am nächsten bleiben. Heraus gekommen sei so ein "Meilenstein" für die deutsche "Hopkins-Rezeption", durch Anmerkungen, Essays und eine Hörbuch-Version perfekt ergänzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2010
Wie lässt sich ein Dichter übersetzend fassen, dessen Sprache beständig fließt und der literaturhistorisch zwischen Spätromantik, Symbolismus und Imagismus changiert? Elmar Schenkel scheint bei Dorothea Grünzweig auf eine Übersetzerin gestoßen zu sein, die der Herausforderung gewachsen ist und dem Querulanten Gerard Manley Hopkins gerecht wird. Laut Schenkel entspinnt sich ein Trialog zwischen Hopkins, Grünzweig und anderen deutschen Übersetzern, kommen vergessene oder neuerschaffene Wörter (Zockelholz, kindern) ins Spiel und werden Varianten diskutiert (in Grünzweigs Anmerkungen). Das kindlich stammelnde, suchende Sprechen des Dichters lässt Schenkel ahnen: Identität ist Verwandlung, Sprechen und Benennen ein unaufhörlicher Schöpfungsprozess.
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