Georges Perec

Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten

Cover: Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2009
ISBN 9783608937060
Gebunden, 112 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tobias Scheffe. Im Nachlass von Georges Perec hat man kürzlich diese Geschichte entdeckt, die Antworten gibt auf die wohl wichtigste Frage im Leben eines Angestellten. Falls Sie bisher dachten, der direkte Weg zur Gehaltserhöhung sei der beste, werden Sie in dieser Parodie des freien Willens eines Besseren belehrt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2010

Ein bisschen erscheint der Rezensentin Katharina teutsch Georges Perecs aus dem Nachlass edierte Abhandlung über den richtigen Zeitpunkt, beim Chef vorzusprechen, mit all ihrer Sprach- und Diskursverliebtheit als Botschaft aus den fernen Sechzigern. Hat sich Teutsch allerdings erst einmal an fehlende Satzzeichen und Kleinschreibung gewöhnt, gestaltet sich die Lektüre für sie einigermaßen störungsfrei, und sie versteht den hier ausbuchstabierten Schaltplan des Lebens als sprachlichen Hinweis auf ein stochastisches Problem: das mathematisch nachweisbare "anarchistische Wüten des Zufalls".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2009

Drei deutsche Neuerscheinungen aus der Geschichte und Gegenwart der in Frankreich entstandenen Experimentalliteraturtradition des "Oulipo" bespricht auf einen Streich Georg Renöckl. Was der Titel verspricht, hält das Buch im Prinzip, wenngleich man sich ganz sicher, so der Rezensent, keinen irgendwie effektiven Ratgeber zur Chef-Ansprache erwarten darf. Vielmehr werde man ohne Punkt, Komma und Großbuchstaben, dafür mit außerordentlich vielen Pfeilen von einer Hürde zur nächsten geschickt und gelangt, was Renöckl deutlich an Kafka erinnert, wirklich niemals ans Ziel. Alle Leserinnen und Leser, die am Umweg und am Absurden Vergnügen finden, kommen, versichert der Rezensent, auf ihre Kosten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2009

Georges Perec konnte den Rezensenten Alex Rühle nicht wirklich überzeugen mit seinem Brevier "Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten", das, wie schon der Titel verrät, sich mit dem mühevollen Gang zu mehr Geld beschäftigt. Der Rezensent erläutert, dass das Buch auf einem Organigramm von Jacques Perriaud basiert, einem Freund des Autors, der darin die verschiedenen Wege zum Chefgespräch grafisch darstellte. Jedoch stört Rühle, dass die Übersichtlichkeit des Organigramm durch die "erschöpfende Durchführung" bei Perec verloren geht. Auch brauche man beim Lesen des Buches nicht auf einen gewöhnlichen Ratgeber oder einen "How to make things better"-Optimismus hoffen. Viel mehr sieht Rühle in dem Buch ein "Dokument der Vergeblichkeit", des "sinnlosen Ehrgeizes" und deshalb bekommt der Angestellte letzten Endes auch nicht das, was er will. Weiter klärt Rühle auf, dass Perec, wie schon in vorhergehenden Büchern, vollkommen auf sprachliche Formalitäten verzichtet. In diesem Fall auf Interpunktion und Groß- und Kleinschreibung - ein anderes Buch schrieb er ganz ohne den Vokal "e".

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