Zweisprachige Ausgabe Deutsch-Französisch. Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Kommentar und Nachwort versehen von Valeska Bertoncini. Paris 1929, eine Zeitschrift: Drei Zehen, groß wie Gesichter. Ein Essay, der Augen öffnet. Diese burleske Koproduktion des Philosophen-Schriftstellers und Autors der 'Geschichte des Auges' Georges Bataille mit dem Fotografen und dissidenten Surrealisten Jacques-André Boiffard ist eine kalkulierte Bildstörung im kultivierten Haushalt der Hochglanz-Avantgarde und der Beginn einer Erkundung der menschlichen Anmaßung. Wo beginnt er eigentlich, der Mensch? Die Antwort bewegt sich zwischen Evolutionsbiologie und Sittengeschichte, Anthropologie und Fetischismus - und Nietzscheanischem Lachen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2016
Das Taschenbuch wird wieder beim Namen genommen, berichtet Helmut Mayer. In DIN A6 und absichtlich einfachem Design bringt der Berliner Blauwerke Verlag seine neue Reihe "Groschenhefte des Weltgeistes" für gerade einmal einen Euro pro Heftchen heraus - und der kauft eine ganze Menge Stoff, staunt der Rezensent. Zum Beispiel den von Valeska Bertoncini hervorragend übersetzten kurzen Text "Der große Zeh" von Georges Bataille, in dem eine der niedrigsten Extremitäten gegenüber dem überhöhten Kopf verteidigt wird, fasst Mayer zusammen, der schon gespannt ist, wo es mit der Reihe hingeht.
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