Aus dem Rumänischen von Oskar Pastior und Ernest Wichner. Als Oskar Pastior 1968 Rumänien verließ, um in Deutschland zu bleiben, hatte er unter dem Wenigen, das er mit sich führte, einen Gedichtband von Gellu Naum: «Athanor», einen geistigen Ofen zur Erzeugung des Steins der Poesie. Seither hat Pastior Naum übersetzt, im Stillen zuerst, dann in zwei Auswahlbänden. Hier nun legt er sämtliche Gedichte Gellu Naums in seiner Übersetzung vor: ein doppeltes Lebenswerk also, Oskar Pastiors Hauptwerk als Übersetzer und das poetische Lebenswerk des größten Vertreters des rumänischen Surrealismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.01.2007
Große Themen ja, aber keine großen Worte der üblichen "Stinkejauche süßer Verse" habe dieser Gellu Naum verwendet, lässt Rezensent Jan Wagner keine Zweifel aufkommen, warum sein Herz für diesen Dichter schlägt. Zusammen mit Gherasim Luca habe Naum in den dreißiger Jahren dem Surrealismus Pariser Prägung ernsthaft Konkurrenz gemacht, doch während Luca den Klang der Worte befreien wollte, habe es Naum auf deren Semantik abgesehen - und darauf "Stinke-socken an den Ruhmestagen vor der Pforten der Rumänischen Akademie zu hissen", wie Wagner ihn zitiert. Die "Perlen" des Bandes seien allerdings nicht die frühen 'automatischen' Gedichte, gelangt der Rezensent schnurstracks zu seinen Vorlieben, vielmehr die ab den fünfziger Jahren geschriebenen Poeme wie "Häute" oder "Das Zimmer". Sie seien "entspannter" im Ton, wobei sie nicht den alten Witz und vor allem nicht die "Virtuosität" entbehrten. Gellu Naum habe sich dem rationalen Zugriff verweigert, dem "landläufigen Sinn", erläutert der Rezensent, und verschweigt andererseits auch nicht, auf die gelegentlich "ermüdende" Wirkung von Naums "Koketterie" und "Komik" hinzuweisen. Doch die vielen, vielen Perlen, wer könne sie überhaupt zählen, entschädigten vollkommen. Zudem halte der Leser ganz nebenbei auch noch das übersetzerische Hauptwerk von Oskar Pastior in den Händen.
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