Constantin Virgil Banescus Gedichte sprechen von radikalstem Nihilismus, der auch vor dem makaberen Witz nicht zurückscheut. Es sind lakonische Texte mit scharf gefeilten Pointen, gestenreich, witzig und verstörend. Mit ihnen stellte sich ihr Autor in die Tradition der rumänischen Surrealisten, aber mitunter glaubt man auch den fröhlich-unglücklichen Catull herauszuhören oder den frechen Archilochos, der einer der ersten Dichter der westlichen Welt war. Als Banescu sich 2009 das Leben nahm, widmete ihm Nora Iuga einen ergreifenden Nachruf. Oskar Pastiors Übersetzungen sind in den Jahren seit 2002 entstanden. In seiner Auswahl erscheint dieser Band in doppelter Weise postum.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.01.2011
Mir Betroffenheit stellt Jan Wagner den nun auf Deutsch erschienenen Gedichtband des rumänischen Dichters Constantin Virgil Banescu vor, der sich im Sommer 2009 mit nur 27 Jahren das Leben nahm. Als Schlüsselbegriffe macht der Rezensent "Traum" und "Fleisch" aus, wobei den häufig gewaltsamen Motiven des Leiblichen in diesem Werk immer wieder die surrealen Welten des Traums entgegengesetzt sind, wie der Rezensent erklärt. Auch wenn er einräumen muss, dass nicht alle Gedichte den gleichen Grad der Vollkommenheit aufweisen, manches scheint ihm mehr Notiz als fertiges Gedicht: Entschädigt wird er durch überraschende Einfälle, die Saloppheit, mit der Banescu seine bittere Welterkenntnis fasst und die "famosen Miniaturgrotesken und Gedankenspiele" seiner Lyrik. Und so löst es tiefes Bedauern in Wagner aus, dass er das reifere und späte Werk dieses jungen Talents nicht kennenlernen wird.
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