Aus dem Italienischen von Thomas Steinhauser, herausgegeben und kommentiert von Michael Titzmann und Thomas Steinhauser.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2008
Nicht restlos glücklich ist Franziska Meier mit der zweisprachige Ausgabe des Briefes, den Galileo Galilei an Christine von Lothringen zur Verteidigung seiner Forschungen geschrieben hat. Zunächst zeigt sich die Rezensentin sehr zufrieden mit der Edition, deren Sorgfalt sie lobt, auch wenn sie die deutsche Übersetzung mitunter etwas "steif" findet, wie sie wissen lässt. Auch die etwa 80 Seiten langen Erläuterungen zu Galileis Werdegang und zum historischen Kontext scheint die Rezensentin hilfreich gefunden zu haben. Ihr Unmut entzündet sich an den Ausführungen des Passauer Germanisten Michael Titzmann. Der macht sich, auf mehr als 300 Seiten, wie Meier indigniert bemerkt, Gedanken über "Glauben und Wissenschaft", die Geschichte der Naturwissenschaften überhaupt und über den Biologieunterricht in Amerika und sprengt damit entschieden den Rahmen des Bandes, so die Rezensentin verstimmt. Dass er das auch noch in einer Mischung aus saloppen Formulierungen und unangenehmem "Wissenschaftsjargon" tut, bestätigt die übelsten Vorurteile gegen Germanisten und mindert in den Augen der enttäuschten Rezensentin die zweifellos vorhandenen Vorzüge des Bandes.
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