Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2000
Höchstes Lob, untermauert von angenehm sachlich vorgetragenen Argumenten, spendet Dorothea Schröder dem Autor, der das Werk des elisabethanischen Komponisten John Dowland anhand der Biografie und dem gesellschaftlichen Umfeld untersucht. Dowland, der zum Katholizismus konvertiert war, lebte lange am Hof Christian V. in Kopenhagen, weil Elisabeth I. in ihm ein "Sicherheitsrisiko" sah, referiert eine sichtlich inspirierte Rezensentin. Dabei hatte er schon mit seiner ersten Publikation "The First Book of Songs or Axres" (1597) das Genre des englischen Lautenliedes begründet. Nach seiner Rückkehr aus Kopenhagen erhielt Dowland unter Jakob I. einen Hofposten. Kelnberger beschreibt in seinem Buch mit "klarem, sympathisch frischem Sprachstil" auch den Kreis von Dichtern und Aristokraten, der sich bei Lucy Countess of Bedford versammelte und vielfältige Interessen pflegte: das Hofleben (hier war sogar Kritik an der Königin erlaubt), Melancholie wurde als Pose gepflegt und ein reges Interesse an Hermetismus und Neoplatonismus, wie Schröder versichert. Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund analysiere Kelnberger die Lieder auf eine Art, wie man es sonst nur von den Engländern kennt: klug, kenntnisreich und doch verständlich für den interessierten Laien. Sehr angetan ist Schröder auch vom zweiten Teil der Studie, in der alle Liedertexte und Noten "exzellent kommentiert" im Original und in "flüssiger Übersetzung" zusammengestellt sind. Dies gebe dem Leser die "angenehme Möglichkeit", die Analysen am Klangbeispiel direkt nachzuvollziehen.
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