Herausgegeben von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Der Bankier Max Warburg (1867-1946) hat 75 000 Juden vor dem tödlichen Zugriff der Nationalsozialisten gerettet. Wie er dies vermochte, dieser Frage geht Gabriele Hoffmann in der ersten Biografie dieses großen Hamburgers nach. Max Warburg war ein herausragender Bankier und machte aus der kleinen Bank M. M. Warburg & Co. eine der größten Privatbanken in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.03.2010
Dieses Buch war, so Till Briegleb, schlicht "überfällig". Max M. Warburg nämlich, der Bruder des viel berühmteren Kulturwissenschaftlers Aby Warburg, war eine Figur, die man geradezu im Zentrum wichtiger historischer Verbindungen der Zehner-, Zwanziger- und Dreißiger Jahre sehen kann. Vorsitzender einer höchst erfolgreichen Privatbank, als Jude Nationalist und Unterstützer Deutschlands im Ersten Weltkriegs. Förderer der Demokratie in der Weimarer Republik und, in den Dreißigern dann, bis zu seiner Flucht unmittelbar nach der Reichspogromnacht, Retter Tausender von Juden, deren Auswanderung er nachdrücklich betrieb. Das eine oder andere hat Briegleb gegen den Band schon einzuwenden - eine übergroße "Nüchternheit" etwa und auch die Unterbetonung der problematischeren Seiten Warburgs -, insgesamt aber scheint ihm diese Biografie überaus verdienstvoll.
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