Gabriela Adamesteanu

Der verlorene Morgen

Roman
Cover: Der verlorene Morgen
Die Andere Bibliothek, Berlin 2018
ISBN 9783847704041
Gebunden, 500 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme. "Der verlorene Morgen" umfasst bewegte Zeiten. Seine Handlung deckt das gesamte "kurze" 20. Jahrhundert ab. Seine Stimmen tragen durch die Jahrzehnte: Es entsteht eine panoramatische Geschichte eines ganzen Landes, gespiegelt in den Erlebnissen von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. "Der verlorene Morgen" ist ein Roman der Frauen und ein Roman des Alterns, in dem das Glück der Vergangenheit von Anfang an unter dem Unstern des persönlichen Scheiterns und der kollektiven Katastrophe des Krieges steht, vor allem aber ein Roman, der vom Leben und seinem Vergehen handelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2018

Rezensent Andreas Platthaus liest Gabriela Adamesteanus Roman von 1983 endlich in deutscher Übersetzung, noch dazu in der gelungenen von Eva Ruth Wemme. Laut Platthaus handelt es sich um ein wichtiges Werk des letzten Jahrhunderts, obwohl auf dem Höhepunkt der Ceausescu-Ära erschienen, systemkritisch gegen die rumänische Heimat der Autorin, zugleich eine Liebeserklärung an Bukarest, wo die Handlung spielt. Die Zeitebenen, 1914 und Ende der 70er Jahre, sowie die Milieus, des Großbürgertums einerseits, der sozialistischen Nomenklatura andererseits, bespielt die Autorin elegant und mit Bezügen zur französischen Literatur des 20. Jahrhunderts, erklärt Platthaus. Adamesteanus Figurenzeichnung findet er gelungen, den Roman psychologisch wie literarisch meisterlich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2018

Jörg Plath hält Gabriela Adamesteanus Roman von 1983 für eine Art rumänische "Suche nach der verlorenen Zeit". Wie die Autorin die Geschichte ihres Landes in einem einzigen Tag und anhand zweier Frauenschicksale unterbringt, Repression, Enteignung, Flucht, Opportunismus und Widerstand, getragen von einer raffinierten Romankomposition, scheint ihm beeindruckend. So düster das Setting, so leicht die Unmenge an Darstellungweisen, findet Plath. Dass an Stimmlagen und Erzählperspektiven nicht gespart wird, empfindet er als Gewinn. Trotz einiger Längen ein großer Wurf, meint er.