Gabor Steingart

Weltkrieg um Wohlstand

Wie Macht und Reichtum neu verteilt werden
Cover: Weltkrieg um Wohlstand
Piper Verlag, München 2006
ISBN 9783492047616
Gebunden, 397 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Für die reichen Länder des Westens beginnt die Globalisierungsbilanz zu kippen: Asien trumpft auf, während Europa und Amerika im Weltkrieg um Wohlstand zurückfallen. Die Methoden der Angreiferstaaten sind gleichermaßen brutal wie erfolgreich: Sie ertragen in ihrem Innersten bittere Armut, verursachen eine Umweltzerstörung in nie gekanntem Ausmaß, um ihre Kräfte in den Exportindustrien zu konzentrieren. Der Westen wird bei Löhnen und Sozialstandards unterboten, sein in Jahrzehnten erworbenes Wissen oftmals gezielt abgesaugt. Die Folgen spüren wir täglich: Wanderten zuerst die einfachen Industriearbeitsplätze aus, gilt die neueste Angriffswelle dem Mittelstand und den High-Tech-Jobs. Das Zeitalter westlicher Dominanz geht zu Ende. Der Westen besitzt eine Vorahnung, aber keine ernstzunehmende Bedrohungsanalyse, sagt Gabor Steingart.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.11.2006

Auch wenn der einstige Verfechter der neoliberalistischen Erneuerung und Spiegel-Journalist Gabor Steingart mittlerweile eher "nachdenkliche" Töne anschlägt, ist dem Rezensenten Hannes Koch das vorliegende Buch zu manipulativ im Umgang mit Quellen und Fakten. Steingart vertrete zwei Thesen: Zum einen, dass die Globalisierung letztendlich mehr Nachteile als Vorteile gebracht hat, und zum anderen die Notwendigkeit einer Rückbesinnung auf den Protektionismus zum Schutz des Sozialstaates. Beide Thesen sowie die zum Teil sehr selektiv angelegte Argumentation, auf die sie sich stützen, findet der Rezensent anfechtbar. Es bleibt, so sein Fazit, dass das Buch "viele gute Anknüpfungspunkte für Kritik am politischen Mainstream" liefert und zur willkommenen Einsicht verhilft, dass der Wirtschaftsliberalismus der letzten dreißig Jahre ausgedient hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2006

Einen "spenglernden Wirtschaftsbellizisten" nennt Rezensent Mathias Greffrath den Autor dieser Analyse der Weltlage, die ihm eine Spur zu apokalyptisch geraten ist. Dabei klingen Gabor Steingarts Thesen "von hinten gelesen" für ihn zunächst nach Sozialdemokratie. Doch bald färben sie sich Richtung "Altmarxist", um schließlich als Folge der Globalisierung Wirtschaftskriege zwischen Europa und den USA auf der einen, den neuen Wirtschaftsgiganten Indien und China auf der anderen schwarz zu malen. Hier wäre dem Rezensenten lieber gewesen, Steingart hätte doch stärker in "Kooperativen" über die Neuordnung der Welt nachgedacht, "faktendifferenzierter und weniger alarmistisch".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.10.2006

Rudolf Walther nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht zum Ausdruck zu bringen, was er von dieser Art Sachbüchern und von diesem Buch im Speziellen hält. Gabor Steingarts Analyse der Globalisierung, die aus einer Spiegel-Serie hervorgegangen ist, tut er als reißerische Panikmache ab, die rein gar keinen Erkenntnisgewinn bietet. Die permanente Beschwörung des Untergangs, der sich der Autor befleißigt, werde durch unhaltbare Thesen untermauert, die dann durch Relativierungen hurtig wieder zurückgenommen werden, so der Rezensent indigniert. Mit nichts als Stammtischparolen und Stereotypen stelle Steingart seine platte Globalisierungsanalyse vor, die auf eine Bekämpfung der angeblich drohenden Vormachtstellung Asiens hinausläuft. Die Vorschläge zur Abwendung der Gefahr sind dann auch eher abgenutzt und legen einen "Euro-Chauvinismus" an den Tag, der besser in eine TV-Talk-Show passen würde als zwischen zwei Buchdeckel, urteilt Walther bissig.
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