Friedrich Weltzien

Fleck - Das Bild der Selbsttätigkeit

Justinus Kerner und die Klecksografie als experimentelle Bildpraxis zwischen Ästhetik und Bildwissenschaft
Cover: Fleck - Das Bild der Selbsttätigkeit
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2011
ISBN 9783525475058
Gebunden, 480 Seiten, 94,95 EUR

Klappentext

Der Autor erforscht das Verhältnis von Fleck und Bild im frühen 19. Jahrhundert. In der deutschen Romantik spielt die Fantasie als besondere Geistesfähigkeit eine große Rolle. Nach Immanuel Kant ist die Einbildungskraft insbesondere durch ihre Autonomie gegenüber den rationellen Funktionen und der Steuerung des Willens ausgezeichnet. Diese Autonomie nennt er Selbsttätigkeit. Die Klecksografie als Bildtechnik dient als Anlass, um die Wechselwirkungen zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung zu untersuchen. Dabei werden zahlreiche, zum Teil bislang unpublizierte romantische Flecken untersucht. Es zeigt sich im Ergebnis, dass der Fleck als Abbild der menschlichen Fantasie gedeutet wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2012

Klecksografie? Kein Witz, vielmehr ein Beispiel für die Umgangsweisen mit dem Unsichtbaren, weiß Beate Söntgen spätestens seit der Lektüre von Friedrich Weltziens Studie zum Fleck als Inbild von Autonomie. Dass im Fleck verborgene Wirkmächte sichtbar werden, ist vielleicht nicht jedem Putzteufel beizubringen, Söntgen aber interessieren die vom Autor herausgearbeiteten für das Erkennen der Fleckbedeutung notwendigen Wahrnehmungsgrundlagen durchaus. Im Zentrum, erläutert sie, steht zwar die Klecksografie des Arztes und Dichters Justinus Kerner, doch der Vorstellungsraum, den der Autor in seinem Buch eröffnet, ist um einiges größer. Mitunter zu weit sogar, findet die Rezensentin, doch langweilig wurde ihr nicht.