In dem Band werden sämtliche Manuskripte und Drucke veröffentlicht, die Marx und Engels zur "Deutschen Ideologie" verfasst haben. Die Edition der 17 Manuskripte und zwei Drucke unterscheidet sich signifikant von bisherigen Ausgaben. Hier wird nicht mehr der Versuch unternommen, die abgebrochenen Arbeiten zu vervollständigen und ein "Werk" zu rekonstruieren. Vielmehr werden alle Textzeugen erstmals in ihrem authentischen Zustand dokumentiert.
Rudolf Walther verneigt sich vor der akribischen Arbeit des Herausgeberteams der neuen "Marx-Engels-Gesamtausgabe". Auch wenn er die gewichtige Edition nicht gerade mit zum Strand schleppen würde, für Wissenschaftler sei sie unverzichtbar, versichert er. Die 1972 in der DDR begonnene Ausgabe, die laut Walther Instrumentalisierung auszuschließen zum Ziel hat und die Schriften in Form ihrer Überlieferung bietet, lässt Walther etwa erkennen, dass die "Philosophie des historischen Materialismus" eine Fiktion früherer Editoren war. Wie wenig Marx mit einer "materialistischen Weltanschauung" am Hut hatte, erkennt Walther jetzt.
Siehste!, scheint Sven Felix Kellerhoff zu sagen. Als Hauptbotschaft des im Rahmen der Marx-Engels-Gesamtausgabe erscheinenden, von Ulrich Pagel, Gerald Hubmann und Christine Weckwerth herausgegebenen Bandes macht der Rezensent die Erkenntnis aus, dass es von Marx und Engels eine geschlossene Philosophie oder ein Hauptwerk namens "Die deutsche Ideologie" nie gegeben habe. Der Rest ist marxistische Geschichtsklitterung. Doch Obacht, meint der Rezensent: Das Ganze ist Grundlagenforschung at its best und als solche nur schwer verdaulich, ohne Vorkenntnisse eher gar nicht. Die dargebotenen achtzehn Textzeugnisse samt Variantenverzeichnis aber ergeben: Bei der "Deutschen Ideologie" handelt es sich um Vorarbeiten zu einer nie umgesetzten Vierteljahresschrift, polemisch, hämisch, spottend, nicht mehr und nicht weniger.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2017
Jens Grandt freut sich über den neuen MEGA-Band mit den Manuskripten zu Karl Marx' "Die deutsche Ideologie". Als selbständige Textzeugen erscheinen sie ihm erstmals in authentischer Form samt Randbemerkungen und Varianten, sodass der Leser die Genese der Aussagen von Marx und Engels nachvollziehen kann, in denen sie die "materialistische Geschichtsauffassung" gegen Feuerbach, Bruno Bauer und Max Stirner in Stellung bringen. Der Einführung entnimmt der Rezensent eine beziehungsreiche und zugleich sprachlich klare Erzählung der Schaffensumstände jener Schriften. Angesichts der Komplexität der Materie erstaunlich, findet Grandt.
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