Regelmäßig trafen sich Marion Gräfin Dönhoff und ihr Großneffe Friedrich zum sehr persönlichen Gedankenaustausch. Friedrich Dönhoff begleitete seine Tante bis zu ihrem Tod und schildert in seinem Buch auch die letzten, besonders intensiven Gespräche, die er mit ihr führte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.10.2002
Dieses Porträt der Marion Gräfin Dönhoff konzentriert sich nicht auf das große politisch-intellektuelle Engagement der einstigen Herausgeberin der ZEIT, sondern richtet sich auf Dönhoff als Privatperson. Roderich Reifenrath zufolge kann man aus der Darstellung Friedrich Dönhoffs, des Neffen der Gräfin, aber nur dann Gewinn ziehen, wenn man sich als Leser ein Bild davon machen kann, mit wem man es hier zu tun hat. Wenn man weiß, wer diese Journalistin gewesen ist und welche Rolle sie im geistig-politischen Deutschland gespielt hat, kann man mit der "oft auf magere tagebuchähnliche Details reduzierten Beschreibung" das Bild eines Menschen abrunden, das man "irgendwie längst zu kennen glaubt", findet Reifenrath. Die Skizze, die der junge Dönhoff hier von seiner Tante vorlegt, scheint dem Rezensenten trotz Einschränkungen zu Herzen zu gehen. Er sieht sie von "Achtung und Liebe" durchzogen, ohne Indiskretionen und "Wichtigtuereien". Ein Porträt, das sich durch Nähe und Bescheidenheit auszeichnet: "nichts Atemraubendes, eher das Kleine und ganz Kleine".
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