Friedhelm Decher

Das gelbe Monster

Neid als philosophisches Problem
Cover: Das gelbe Monster
zu Klampen Verlag, Springe 2005
ISBN 9783934920736
Gebunden, 191 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ständig versuchen Politiker, ihre Gegner mit dem Vorwurf zu beschädigen, sie wollten "Neidkampagnen" entfesseln oder "Sozialneid" schüren. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von "Neidpopulismus" oder gar von einer "Neidgesellschaft" die Rede ist. Nun ist Neid kein neues Thema. Die dämonische Natur dieses Affekts hat die gesamte Geistesgeschichte beschäftigt. Wie kann sich Neid so tief in die menschliche Seele eingraben? Warum beschädigt er so nachhaltig das Zusammenleben der Menschen? Friedhelm Decher arbeitet in seinen philosophischen Erkundungen zunächst das Verhältnis zu verwandten Affektlagen wie Rivalität, Schadenfreude, Eifersucht oder Missgunst heraus. Dabei tritt die Triebfeder des Neids hervor: das Sich-Vergleichen mit anderen. Aber der Autor begnügt sich nicht mit der bloßen Diagnose, er stellt auch die möglichen Umgangsweisen mit diesem Affekt vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.11.2005

Instruktiv findet Rezensent Rüdiger Zill diese Studie über die Geschichte und Phänomenologie des Neids, die der Philosoph Friedhelm Decher vorgelegt hat. Zill zählt Decher, der auch Arbeiten über die Langeweile und die Verzweiflung verfasst hat, zu jenen Philosophen, die die Philosophie aus der rein historisierenden Behandlung befreien, um sie für eine Theorie und Praxis der Lebenskunst wieder nutzbar zu machen. Dazu durchforste Decher, was die Tradition - von Aristoteles und Epikur über Bacon und Nietzsche bis zu Scheler und Rawls - zum Thema Neid und verwandten Gefühle, seinen Ursachen, Erscheindungsformen und Auswirklungen beizutragen weiß, um die Fundstücke dann in eine systematische Ordnung zu bringen. Das alles ist nach Ansicht Zills recht aufschlussreich. Allerdings hat das Verfahren auch seine Grenzen. Zill sieht sie darin, dass die systematische Ordnung bei Decher additiv bleibt und "nicht über das Vorgefundene hinausgeht".

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