Rolf Haubl

Neidisch sind immer nur die anderen

Über die Unfähigkeit, zufrieden zu sein
Cover: Neidisch sind immer nur die anderen
C. H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406480959
Broschiert, 220 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Eigentlich gibt es nichts, was sich nicht beneiden lässt. Doch besonders beneidet werden Güter, die knapp sind. Ein Arbeitsplatz, Geld, Anerkennung und Einfluss. Die knappsten aller Güter in einer Wohlstandsgesellschaft aber sind erstaunlicherweise Glück und Zufriedenheit. Andere glücklich und zufrieden zu sehen, ohne es selbst zu sein, ist eine der größten Herausforderungen für unseren Neid. Rolf Haubl zeichnet das ungewöhnliche Psychogramm eines unterschätzten Gefühls, das für das friedliche Zusammenleben und unsere individuelle Lebensführung von so elementarer Bedeutung ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2002

Eine Todsünde wie der thematisierte Neid ist es zwar nicht, und doch stört's den Rezensenten: Der "burschikos anbiedernde Ton" des Buchs nämlich. Ein Glück nur, dass der Autor dann doch keine Lebenshilfe abliefert, wie Bernd Eilert versichert, sondern tatsächlich einen "stringent formulierten Streifzug durch die Kulturgeschichte des Neids". Des Autors "redliche Vernunft im Begründen" und seine "vorsichtige Zurückhaltung im Urteilen" geraten so zu echten Tugenden, weil sie das Mitdenken leicht machen und zum Weiterdenken anregen. Behauptet jedenfalls der Rezensent. Und freut sich gleichfalls über die Skepsis, mit der hier allen vermeintlichen Patentrezepten für Neidbewältigung begegnet wird, sowie über die germanistische Bildung des Autors. Letzterer verdankt der Leser des Buches Fallbeispiele von Kafka bis Platon; die gefallen sicher nicht nur dem Rezensenten besser als dasjenige eines gewissen Walter aus der Selbsthilfegruppe.
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