Walter Benjamin (1892-1940) gilt als eine der bedeutendsten Gestalten der deutschen Literatur und Philosophie des letzten Jahrhunderts. Zu Lebzeiten war er ein schwer einzuordnender Außenseiter, umgekommen ist er auf der Flucht vor der Gestapo. Die faszinierende Lebensgeschichte eines Menschen, dessen Impulse und wegweisende Sicht der Moderne bis heute Horizonte öffnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2004
Hocherfreut nimmt Siggi Seuss dieses Buch auf, das nun auch jugendlichen Lesern den von ihm offenbar sehr bewunderten jüdischen Denker Walter Benjamin nahe bringen möchte. Kein einfaches Unterfangen, schätzt Seuss, eher ein Hochseilakt, bei dem der Autor stets in Gefahr ist, in den Abgrund der Vereinfachung oder den der Unverständlichkeit abzustürzen. Frederik Hetmann beginnt Benjamins Lebensgeschichte vom Ende her zu erzählen, beginnend in der Nacht, in der Benjamin - aus Verzweiflung über seine drohende Abschiebung nach Nazi-Deutschland - sich eine tödliche Dosis Morphium schluckt. Im folgenden lässt er Benjamins Leben Revue passieren, bis zurück in die großbürgerliche Kindheit in Berlin. Dabei schlage sich Hetmann als Hochseilartist recht glänzend, freut sich Rezensent Seuss, auch wenn er ihn in einigen "furchterregend philosophendeutschen Passagen" ein wenig schlingern sieht. Doch wer diese schadlos passiere, werde belohnt, versichert Seuss.
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