Wie kaum ein anderer Intellektueller des 20. Jahrhunderts hat Niklas Luhmann die Gemüter bewegt, hat begeistert, provoziert, verblüfft, irritiert, kurz: Er war stets eine außergewöhnliche Quelle intellektueller Ener gie und ist dies 10 Jahre nach seinem Tod auch noch heute. Vier ebenfalls herausragende Intellektuelle haben sich in den Freiburger Vorträgen dem Werk und der Person Niklas Luhmann genähert. Peter Sloterdijk betrachtet Luhmanns Innozentismus unter der Überschrift: "Der Advocat des Teufels", Dirk Baecker betrachtet "Niklas Luhmann und die Manager", Peter Fuchs untersucht die "Metapher des Systems" und Hans-Ulrich Gumbrecht zeigt Luhmann als den Meister des gegenintuitiven Aphorismus und sein Verhältnis zu Alteuropa.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2010
Warum bloß ist Luhmann für uns so attraktiv? Diese Frage lässt sich laut Jens-Christian Rabe ganz gut mit diesem Band mit Luhmann-Aufsätzen von Norbert Bolz, Peter Fuchs, Peter Sloterdijk und anderen beantworten. Es geht um die Anwendbarkeit von Luhmanns Mitteln und Begriffen, die Rabe am besten in den Worten des Luhmann-Schülers Dirk Baecker beschrieben findet: Als Taktik, der Kritik (hier an Bürokratie und Management) recht zu geben, ohne den Kritikern recht geben zu müssen. Wenn das nicht ein Leckerbissen ist für uns kritische Zeitgenossen, meint Rabe.
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