Franz Kafka

Oxforder Quarthefte 3 & 4

Faksimile-Edition. Historisch-Kritische Edition sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte
Cover: Oxforder Quarthefte 3 & 4
Wallstein Verlag, Göttingen 2020
ISBN 9783835335059
Gebunden, 390 Seiten, 128,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle. Mit CD-Rom. Die zwölf in der Bodleian Library (Oxford) überlieferten Quarthefte Franz Kafkas, für die sich die irreführende Bezeichnung "Tagebücher" eingebürgert hat, enthalten ganz heterogene Textarten. Kafkas Notizen reichen von diaristischen Einträgen über poetische Entwürfe bis hin zu vollständig ausformulierten längeren Erzähltexten. Die Hefte sind eine Fundgrube für Leser, die an der Entstehung des Kafkaschen Werkes interessiert sind und die verwickelten Arbeitsprozesse Kafkas verstehen wollen. Die Eintragungen in den Quartheften 3 und 4 - jeweils rund 90 beschriebene Seiten - reichen von Ende Oktober 1911 bis Anfang Januar 1912. Sie dokumentieren Kafkas Interesse am jiddischen Theater, seine Freundschaft mit dem Schauspieler Jizchak Löwy sowie seine Lektüren, insbesondere zum Judentum. Weiterhin enthalten sie mehrere Prosastücke und begleiten zudem die ersten Entwürfe zum "Verschollenen". Die Faksimiles sämtlicher Handschriften in Originalgröße und die mit ihnen korrespondierenden Transkriptionen ermöglichen erstmals eine integrale Darstellung des Überlieferten, die nicht zwischen "Gültigem" und "Getilgtem" unterscheidet. Somit bieten sie einen neuen Zugang zu Kafkas Werk.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2021

Rezensent Jeremy Adler hätte sich einen etwas genauen Anmerkungsteil gewünscht in der von Roland Reuss und Peter Staengle herausgegebenen Edition der Quarthefte 3 & 4. Die Definition von "Kabbala" und "Pessach" etwa scheint ihm verbesserungswürdig. Davon abgesehen aber findet er die historisch-kritische Faksimile-Ausgabe von Kafkas Quartheften "mustergültig", schon weil sie verdeutlicht, dass bei Kafka Notizen und Dichtung sozusagen ineinander übergehen oder weil sie Kafkas Verständnis des Judentum erkennbar machen. Eindrucksvoll findet Adler nicht zuletzt auch die "sachliche" Reproduktion der Manuskripte mit Kafkas exakter "Spinnenschrift".

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