Franz Kafka

Franz Kafka: Briefe 1918-1920

Kritische Ausgabe. Band 4
Cover: Franz Kafka: Briefe 1918-1920
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783100381620
Gebunden, 1048 Seiten, 152,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Hans-Gerd Koch. Das Ende des Krieges und der Untergang der Habsburger Monarchie bedeuten auch für den tuberkulosekranken Kafka einen gravierenden Einschnitt: Er ist jetzt Bürger der CSR und damit als deutschsprachiger Jude in einer heiklen Lage. Selbst die leidenschaftliche Korrespondenz mit Milena Pollak, geb. Jesenská - der Schwerpunkt in diesem Band - ist von nationalen Konflikten überschattet. Erst nach dem Scheitern dieser wohl intensivsten Beziehung seines Lebens findet Kafka zurück zur Literatur.
Band 4 der Briefedition enthält 306 kommentierte Briefe Kafkas, davon sieben im Erstdruck, ergänzt durch 48 an ihn gerichtete Schreiben. Ansichtskarten sind als Abbildungen wiedergegeben. Im Rahmen der Kritischen Ausgabe stellt ein rund 200-seitiger Apparat detaillert die Überlieferung der einzelnen Briefe dar und gibt Auskunft über schwierige Datierungsfragen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.03.2014

Richtig festgelesen hat sich Lothar Müller in den Briefen Kafkas 1918-1920. Und das, obwohl es sich um eine historisch-kritische Gelehrtenausgabe handelt! Aber Kafka ist eben einfach zu komisch, meint Müller, dem die Pointen hier nur so um die Ohren zischen. Und dass, obwohl es sich um die letzten Kriegsmonate handelt, um den Zerfall des Habsburgerreichs! Wie auch immer, Müller rät zur Lektüre. Man entdeckt und lernt viel über wertlose Kriegsanleihen, das Rohrpostsystem, Kafkas Hebräischkurse, seine Frauen und "Gespenster" und die jüdische Angst aus Kafkas Sicht. Alles ausführlich und sachkundig kommentiert, meint Müller, durch Hans-Gerd Koch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2013

Rezensent Friedmar Apel freut sich, dass Herausgeber Hans-Gerd Koch trotz der komplizierten Überlieferungslage keine Mühen scheut, Kafkas Briefe und Texte in einer Kritischen Ausgabe zu editieren. Und so schätzt der Kritiker auch in dieser Ausgabe der Briefe von 1918 bis 1920 die sorgfältige Überprüfung der Texte und die lehrreichen Kommentare, auch wenn er in den Briefen des Schriftstellers nicht allzu viel Neues erfährt. Dennoch liest er gern einmal mehr die bewegend-tragischen Aufzeichnungen Kafkas etwa über seine Liaison mit der lungenkranken Julie Wohryzek oder über seinen gescheiterten Neuanfang mit der unkonventionellen Milena Pollak. Auch nach mehrfacher Lektüre attestiert der Rezensent diesen Briefen eine ebenso verzaubernde wie "irritierende" Wirkung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.09.2013

Dankbar begrüßt Rezensent Andreas Kilcher die nun von Kafka-Forscher Hans-Gerd Koch im S.-Fischer-Verlag herausgegebene historisch-kritische Ausgabe von Franz Kafkas Briefen aus den Jahren 1918 - 1920. Der Kritiker freut sich nicht nur, dass unter den 252 abgedruckten Briefen auch zehn bisher noch unbekannte zu finden sind, sondern lobt auch die Entscheidung, die Briefe gemäß den Handschriften zu edieren und sie mit lehrreichen Kommentaren zu versehen. Kilcher erfährt in den Dokumenten etwa, wie Kafka sich während seiner zahlreichen Kur-Aufenthalte nicht nur aus dem sozialen Lebens Prags zurückzog und sich immer mehr mit dem Tod auseinandersetzte, sondern auch neue Beziehungen zu Frauen aufnahm wie etwa zu der verheirateten, tschechischen Intellektuellen Milena Pollak. Kilchers Urteil: Ein äußerst eindrucksvoller und lesenswerter Band.