Friedrich Glauser war seit früher Jugend süchtig. Zeitlebens war er vom Morphium berherrscht, vom "Mo", wie er es nannte. Von seinen 42 Lebensjahren verbrachte er über 8 Jahre in Irrenhäusern, psychiatrischen Anstalten und Kliniken. Dort interniert schrieb er seine ersten "Wachtmeister Studer" Romane. Sie begründeten seinen Ruf als "Vater der deutschsprachigen Kriminalliteratur". "Mo - Dr Lebensroman des Friedrich Glauser" ist eine literarische Annäherung an diese Vatergestalt. Glausers Romane und Erzählungen, seine autobiografischen Berichte, seine Briefe spiegeln ein bewegtes Leben wider, das einen ebenso faszinierende wie tragische Suche nach innerer Ruhe, nach Beständigkeit und dem verzweifelten Wunsch ist, doch ein wenig anders leben zu können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.08.2008
Eingenommen berichtet Rezensent Peter Münder von seiner Lektüre dieses biografischen Romans, der ihm den Schweizer Dadaisten, Journalisten und Krimi-Autor Friedrich Glauser ebenso nahebrachte wie den Morphinisten, Fremdenlegionär und häufigen Insassen psychiatrischer Kliniken. Als "sensiblen Seelengräber" sieht er den Autor Frank Göhre dabei zu Werke gehen, wobei er Glausers lebenslangen Kampf gegen den übermächtigen Vater zum Hauptmotiv dieser Biografie macht (der Vater hatte Glauser unter anderem entmündigen lassen). Sehr einfühlsam nähere sich Göhre seinem Sujet, dass er einige weiße Flecken mit "fiktionalem Kitt" ausfüllt, geht für den Rezensenten scheint's in Ordnung.
Ausgesprochen beeindruckend fand Rezensentin Wiebke Porombka diesen "Lebensroman" über den Begründer des deutschsprachigen Krimis und Morphinisten Friedrich Glauser, den ihren Informationen zufolge Glausers ebenfalls Krimis schreibender Herausgeber verfasste. Das Besondere an diesem Buch ist für die Rezensentin, dass sich sein Autor Frank Göhre für Fakten und Daten sowie die anderen "hinlänglich bekannten" Lebensstationen des 1938 verstorbenen Schweizers nur am Rande interessiert und stattdessen dem Bild eines Menschen nachspürt, der nicht in seine Zeit gepasst habe, und immer wieder in Zucht- oder Irrenhäusern gelandet sei. Zu diesem Zweck schneide Göhre in kurzen Szenen Fakt und Fiktion hart aneinander, und kommt zur Überraschung der Rezensentin auf diesem Weg sehr nah an Glauser und seine morphiumbedingten Rauschzustände, seine Katastrophensucht und Unberechenbarkeit heran. Auch liefere Göhre auf diesem Weg eine "kleine Poetologie" Glausers, dem das Krimischreiben zur Möglichkeit geworden sei, Sollbruchstellen einer "nur scheinbar intakten Gesellschaft" auszuloten.
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